Zugbauer Bombardier streicht in Deutschland jeden vierten Arbeitsplatz

Zugbauer Bombardier streicht in Deutschland jeden vierten Arbeitsplatz
Zugbauer Bombardier streicht in Deutschland jeden vierten Arbeitsplatz
Der Deutschlandchef des Konzerns, Michael Fohrer, kündigte am Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung in Hennigsdorf an, in den nächsten drei Jahren bis zu 2.200 seiner 8.500 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen. Das Kontrollgremium billigte einvernehmlich Eckpunkte für einen Konzernumbau. Die sieben deutschen Werke sollen erhalten bleiben, sich aber stärker spezialisieren, um wettbewerbsfähiger zu werden.

Vom Stellenabbau sind 700 Leiharbeiter betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2019 ausgeschlossen. "Mit dieser Aufstellung werden wir Innovationen fördern und uns fit für die Zukunft machen", sagte Fohrer. Die beteiligten Arbeitnehmervertreter sprachen von schmerzlichen Schritten. Aufsichtsratschef Wolfgang Tölsner betonte, je nach Auftragslage könnten die Zahlen auch kleiner ausfallen.

Mehr lesen - Arbeitslosenzahl in Deutschland auf 26-Jahre-Tief

Klar ist jedoch, dass der größte Standort Hennigsdorf in Brandenburg sowie Görlitz in Sachsen am stärksten betroffen sein werden. Hennigsdorf verliere im Jahr 2019 die Großserienproduktion von Zügen und damit auch 400 bis 500 Arbeitsplätze. Görlitz soll sich auf Wagenkästen spezialisieren und könnte bis zu 800 Arbeitsplätze verlieren. Dagegen könnte in Bautzen die Beschäftigtenzahl sogar steigen, sagte Fohrer.

Bombardier Transportation mit seiner weltweiten Zentrale in Berlin ist die Zugsparte des kanadischen Bombardier-Konzerns, der auch Flugzeuge baut. Wegen Problemen im Flugzeuggeschäft steckt der Konzern in den roten Zahlen. Bombardier Transportation schreibt insgesamt zwar schwarze Zahlen, macht in Deutschland aber Verlust. "Wir haben eine Milliarde Verlust bei zehn Milliarden Umsatz in den vergangenen fünf Jahren gemacht", unterstrich Fohrer.

Bombardier hatte erst im vergangenen Jahr 1430 Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen, darunter die Stellen Hunderter Leiharbeiter. Fohrer sagte, Bombardier Transportation solle auch international profitabler werden, um im Wettbewerb mit Konkurrenten etwa aus China zu bestehen. Ziel in Deutschland sei zunächst eine schwarze Null. (dpa)