Gericht verurteilt Italien wegen Polizeigewalt bei Anti-G8-Demo

Gericht verurteilt Italien wegen Polizeigewalt bei Anti-G8-Demo
Gericht verurteilt Italien wegen Polizeigewalt bei Anti-G8-Demo (Archivbild)
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Italien erneut wegen massiver Polizeigewalt am Rande des G8-Gipfels in Genua 2001 verurteilt. Die Straßburger Richter stuften das Vorgehen gegen Demonstranten als Folter ein. Das Urteil von diesem Donnerstag bestätigt damit einen Richterspruch aus dem Jahr 2015 in einem ähnlichen Fall.

Im aktuellen Urteil heißt es, Beamte hätten systematisch mit Knüppeln auf G8-Gegner eingeschlagen, sie getreten und manche sogar mit Möbeln beworfen. Einige Demonstranten hätten dauerhafte Verletzungen davongetragen. Das Vorgehen sei wahllos und unverhältnismäßig gewesen, da die Polizei nicht mit einer unmittelbaren Gefahr konfrontiert gewesen sei.

Geklagt hatten 42 Demonstranten, darunter auch Deutsche. Der Gerichtshof sprach ihnen zwischen 45.000 und 55.000 Euro Entschädigung zu. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das dreitägige Gipfeltreffen im Juli 2001 war von massiven Protesten begleitet worden. Bei Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei wurden etwa 500 Menschen verletzt, ein Demonstrant starb. (dpa)

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