Schlepper nehmen Motor weg: Möglicherweise mehr als 120 Tote im Mittelmeer

Schlepper nehmen Motor weg: Möglicherweise mehr als 120 Tote im Mittelmeer
(Symbolbild). Seit dem Jahr 2000 ertranken mindestens 23.000 Menschen bei dem Versuch, in ein europäisches Land zu gelangen. Davon allein im Jahr 2014 mehr als 3.000.
Die Schlepper sollen den Motor weggenommen und das Schlauchboot mitsamt rund 130 Menschen seinem Schicksal überlassen haben. Überlebende berichten wieder von vielen Toten. Schon am Wochenende waren tausende Migranten von seeuntüchtigen Booten geborgen worden.

Bei einem neuen Flüchtlingsunglück im Mittelmeer könnten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 120 Menschen ums Leben gekommen sein. Überlebende hätten bei der Ankunft in Palermo auf Sizilien von möglicherweise 126 Toten berichtet, schrieb IOM-Sprecher Flavio di Giacomo am Montag auf Twitter. Am Wochenende waren bei zahlreichen Operationen tausende Migranten von seeuntüchtigen Booten geborgen worden.

Vier Überlebende hätten erzählt, dass Schlepper ihnen den Motor des Bootes gestohlen hätten, so der IOM-Sprecher laut italienischer Medien. Darauf sei das Schlauchboot mitsamt der Menschen gesunken. Libysche Fischer hätten die vier Überlebenden mitgenommen und auf ein anderes Flüchtlingsboot gebracht, von dem sie schließlich gerettet worden seien.

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Die zentrale Mittelmeerroute von Libyen in Richtung Italien gilt als gefährlichster Seeweg von Afrika nach Europa. Mehr als 1800 Menschen kamen laut IOM seit Jahresbeginn ums Leben oder werden vermisst, das neue Unglück wurde darin noch nicht eingerechnet.

(rt deutsch/dpa)