Stoltenberg: Stationierung von NATO-Truppen an Ostflanke vollendet

Stoltenberg: Stationierung von NATO-Truppen an Ostflanke vollendet
Stoltenberg: Stationierung von NATO-Truppen an Ostflanke vollendet
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat bei einem Besuch in Lettland die Verlegung von vier NATO-Bataillonen an die NATO-Ostflanke für vollendet erklärt. "Von heute an ist die Stationierung abgeschlossen", sagte er am Montag bei einer Zeremonie auf dem Militärstützpunkt Adazi nahe der Hauptstadt Riga. Die NATO habe damit das vor einem Jahr auf ihrem Gipfel in Warschau gegebene Versprechen erfüllt, mit dem "das Bündnis verteidigt, Aggression abgeschreckt und der Frieden erhalten" werden solle.

Die NATO hatte im Juli 2016 die Entsendung von je etwa 1.000 Soldaten in die drei baltischen Länder und Polen beschlossen. Damit soll auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der östlichen Bündnispartner im andauernden Ukraine-Konflikt reagiert werden. 

Eine Verlegung weiterer Truppen an die NATO-Ostflanke schloss Stoltenberg zunächst aus. "Wir haben eine messbar defensive, aber auch ausreichende Präsenz", sagte der NATO-Chef. "Wir sehen keine unmittelbare Bedrohung für irgendeinen NATO-Verbündeten." 

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Die Stationierung des von Kanada angeführten Gefechtsverbandes sei eine "starke Botschaft der Solidarität", sagte Lettlands Präsident Raimonds Vējonis. "Dies ist keine einfache Übungsmission, sondern Abschreckung im Einsatz." Zugleich rief er die NATO dazu auf, den Dialog mit Moskau zu suchen. Niemand wolle zum Kalten Krieg zurück, sagte der Staatschef des an Russland angrenzenden Baltenstaats.

Rund 200 Kilometer von der russischen Grenze entfernt sind in Adazi etwa 450 kanadische Soldaten stationiert. Dies sei "Kanadas größte anhaltende militärische Präsenz in Europa seit mehr als einem Jahrzehnt", sagte Verteidigungsminister Harjit Sajjan. Unterstützt werden die kanadischen Truppen in Lettland von Soldaten aus Albanien, Italien, Spanien, Polen und Slowenien. (dpa)