Kiewer Gericht stoppt Umbenennung von Straße nach Nazikollaborateur

Kiewer Gericht stoppt Umbenennung von Straße nach Nazikollaborateur
Kiewer Gericht stoppt Umbenennung von Straße nach Nazikollaborateur
Ein Verwaltungsgericht in Kiew hat die Umbenennung eines Prospekts in der ukrainischen Hauptstadt nach dem Nazikollaborateur Roman Schuchewitsch vorerst gestoppt. Das Gericht verbot die Unterzeichnung und Veröffentlichung des Verwaltungsakts bis zum Ende des Verfahrens.

Am 1. Juni hatte der Stadtrat von Kiew den nach dem Sowjetgeneral Nikolai Watutin benannte Prospekt mit 69 der insgesamt 120 Stimmen umbenannt. Bürgermeister Witali Klitschko hatte keinen Gebrauch von seinem Vetorecht gemacht.

Roman Schuchewitsch hatte als Offizier des aus ukrainischen Nationalisten bestehenden Wehrmachtsbataillons Nachtigall am Angriff auf die UdSSR im Juni 1941 teilgenommen. Ab Januar 1944 befehligte der Nazikollaborateur bis zu seinem Tod im Jahr 1950 die westukrainischen Partisanen der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA). Der sowjetische General Nikolai Watutin fiel Anfang 1944 einem Attentat der UPA zum Opfer. Er hatte zuvor die Operation zur Befreiung Kiews von den deutschen Besatzern geleitet. (Interfax/dpa)

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