US-Soldaten erschießen drei Zivilisten in Ostafghanistan

US-Soldaten erschießen drei Zivilisten in Ostafghanistan
Im afghanischen Kundus bereiten sich US-Soldaten auf ihren nächsten Einsatz vor. Bei Angriffen auf die Taliban und den "Islamischen Staat" werden immer wieder auch Zivilisten getötet.
US-Soldaten haben nach offiziellen Angaben in der ostafghanischen Provinz Nangarhar drei Zivilisten erschossen. Sie hätten auf die Menschen gefeuert, nachdem in der Nacht eines ihrer Fahrzeuge auf einen Sprengsatz aufgefahren sei, sagte der Leiter des Bezirks Ghanikhel, Abdul Wahab, am Montag.

Ein Wagen in dem US-Konvoi sei um kurz nach Mitternacht von der Mine getroffen worden, die am Straßenrand versteckt war. Danach hätten die Soldaten das Feuer auf drei Leute eröffnet, die in der Gegend waren, sagte Abdul Wahab. „Vielleicht dachten sie, die drei hätten die Bombe gelegt.“ Über mögliche Opfer im US-Konvoi wisse er nichts.

Erst am Samstag waren in Nangarhar drei US-Soldaten getötet worden, nachdem ein zu den Taliban übergelaufener afghanischer Soldat das Feuer auf sie eröffnet hatte. Nangarhar ist ein Haupteinsatzort von US-Spezialkräften und Armee-Beratern im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Afghanistan.

Ein Sprecher der US- und der NATO-Streitkräfte in Afghanistan sagte am Morgen, die Berichten würden derzeit überprüft. Zu möglichen Opfern wollte auch er zunächst keine Stellung nehmen. Die Taliban ließen per Kurznachrichtendienst Twitter verlauten, sie hätten die Bombe gelegt. Sie habe fünf Insassen des Fahrzeugs getötet, die mit einem Helikopter abtransportiert worden seien. (dpa)

ForumVostok