Gazastreifen: Israel will Stromversorgung weiter verringern

Gazastreifen: Israel will Stromversorgung weiter verringern
Stromausfall: Eine Palästinenserin leuchtet ihr Heim im Gazastreifen mit einer Kerze aus.
Israel will die Stromversorgung im Gazastreifen weiter reduzieren. Das Sicherheitskabinett von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe dies beschlossen, berichteten israelische Medien am Montag. Die Entscheidung vom Sonntag soll auf eine Bitte des Palästinenserpräsidenten Mahmoud Abbas zurückgehen.

Abbas wolle damit Druck auf die Führung der mit seiner Fatah-Organisierung rivalisierenden radikal-islamischen Hamas ausüben. Es wird jedoch befürchtet, dass sich die humanitäre Lage im Gazastreifen weiter verschlimmern und dies wiederum zu einer neuen Eskalation der Gewalt zwischen Israel und der Hamas führen könnte. Die rund zwei Millionen Einwohner des schmalen Küstenstreifens leben bereits seit Jahren mit ständigen Stromausfällen. Zuletzt gab es nur noch rund vier Stunden am Tag Strom. Das einzige Kraftwerk in der Palästinenserenklave am Mittelmeer wurde vor zwei Monaten wegen Treibstoffmangels abgeschaltet.

Ein Teil des Stroms wird aus Israel nach Gaza geliefert, bisher zahlte dafür die Palästinenserbehörde von Abbas. Im vergangenen Monat erklärte Abbas jedoch nach Medienberichten, er wolle die Zahlungen stoppen. Hintergrund ist ein Machtkampf zwischen seiner Fatah und der Hamas, die seit zehn Jahren die alleinige Kontrolle im Gazastreifen ausübt. Man dürfe sich nicht im innerpalästinensischen Machtkampf instrumentalisieren lassen, warnte Israels Energieminister Juval Steinitz. (dpa)

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