Mindestens acht Soldaten bei Kämpfen in Nordafghanistan getötet

Mindestens acht Soldaten bei Kämpfen in Nordafghanistan getötet
Mindestens acht Soldaten bei Kämpfen in Nordafghanistan getötet
Bei Angriffen der radikalislamischen Taliban auf einen großen Bezirk der bitter umkämpften nordafghanischen Provinz Kundus sind mindestens acht Soldaten getötet worden. Das bestätigte der Gouverneur des Bezirks Imam Sahib, Amanuddin Kuraischi, am Montag. Außerdem seien „Dutzende Taliban-Kämpfer" tot. Rund 600 Familien seien vor den Gefechten aus der Gegend geflohen. Die Kämpfe gingen weiter. Die Bundeswehr war bis 2013 Schutzmacht in Kundus.

Die Taliban hätten den Bezirk in der Nacht auf Montag attackiert und mindestens zwei Sicherheitsposten überrannt, bis die afghanischen Sicherheitskräfte zurückschlagen konnten, sagte Kuraischi. Derzeit konzentrierten sich die Kämpfe auf eine Gegend um das Dorf Akibai, das als ein Tor zur Hauptstadt des Bezirks gilt.

Mehr lesen - 50.000 Truppen nach Afghanistan? Präsident Trump vor neuer Afghanistan-Strategie

Die vollständige Eroberung der Provinz Kundus samt der gleichnamigen Provinzhauptstadt ist ein Hauptziel der Taliban. Der Kundus-Experte des Rechercheinstituts Afghanistan Analysts Network, Obaid Ali, fasst die aktuelle Situation so zusammen: Von den neun Bezirken der Provinz seien drei - Kalbad, Gurtapa und Aktasch - vollständig in der Hand der Taliban. Die Bezirke Dascht-e Artschi, Kala-e Sal und Tschardara würden zwischen den Kriegsparteien hin- und hergerissen. Chanabad und Imam Sahib würden regelmäßig angegriffen. Nur Aliabad und die Provinzhauptstadt Kundus seien im Vergleich weniger bedroht. (dpa/rt deutsch)