Rüstungskonzern Atlas Elektronik zahlt 48 Millionen Euro wegen Korruption

Rüstungskonzern Atlas Elektronik zahlt 48 Millionen Euro wegen Korruption
Rüstungskonzern Atlas Elektronik zahlt 48 Millionen Euro wegen Korruption
Wegen Korruption und Bestechung bei Waffengeschäften muss der Bremer Rüstungskonzern Atlas Elektronik rund 48 Millionen Euro an die Staatskasse des Stadtstaates zahlen. Mit dem von der Staatsanwaltschaft verlangten Betrag werde der Gewinn abgeschöpft, den das Unternehmen als Begünstigter aus diesen Projekten erlangt habe, teilte die Behörde mit. Im Gegenzug werden die Ermittlungen gegen das Unternehmen wegen Verdachts der Bestechung und Korruption eingestellt. Eine Geldbuße wurde nicht verhängt.

Die Ermittlungsverfahren gegen insgesamt 17 Verantwortliche der Atlas Elektronik GmbH und deren Mittäter dauerten weiter an, sagte Staatsanwältin Silke Noltensmeier am Donnerstag. Mit der Zahlung werde ein das Unternehmen belastendes Kapitel abgeschlossen, teilte der Sprecher der Atlas-Geschäftsführung, Jens Bodo Koch, mit. In dem Verfahren sei es um den Vorwurf von Regelverstößen im Ausland durch ehemalige Mitarbeiter gegangen. Die damaligen Einnahmen von Atlas seien ungerechtfertigt gewesen, weil ehemalige Verantwortliche durch fahrlässiges Verhalten ihrer Aufsichtspflicht zur Verhinderung von Regelverstößen im Ausland nicht nachgekommen seien.

Mehr lesenDeutscher Waffendeal mit Griechenland: Beteiligte packen aus

Die Staatsanwaltschaft hatte seit 2013 gegen Atlas Elektronik wegen Verdachts von Provisionszahlungen an ausländische Amtsträger für Rüstungsgeschäfte ermittelt. So sollen bei dem Verkauf von Sonarsystemen für U-Boote rechtswidrig Zuwendungen an Griechen geflossen sein. Auch im Zusammenhang mit dem Verkauf von Torpedos an die peruanische Marine hat es laut Staatsanwaltschaft illegale Zuwendungen von einem Vermittler von Atlas Elektronik gegeben. (dpa)

Mehr lesen - Lobbyvorlage: Von der Leyen holt Rüstungsberater ins Verteidigungsministerium

ForumVostok
MAKS 2017