Österreichs "Vater des EU-Beitritts" Alois Mock ist tot

Österreichs "Vater des EU-Beitritts" Alois Mock ist tot
Alois Mock
Der langjährige Obmann der konservativen ÖVP, Alois Mock, ist kurz vor seinem 83. Geburtstag gestorben, teilte seine Partei am Donnerstag mit. Mock war im Laufe seiner Karriere auch Vizekanzler und Unterrichtsminister. Im Jahr 1999 beendete er seine berufliche Laufbahn. Schon während seiner politischen Tätigkeit litt Mock am Parkinson-Syndrom, weshalb er sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückzog.

Der Konservative trieb den EU-Beitritt Österreichs in führender Weise voran. Er galt Zeit seines Lebens als glühender Europäer. Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) zeigte sich in einer ersten Reaktion erschüttert: "Die Erinnerung an sein Wirken und der Respekt vor seinen Überzeugungen sind auch Vorbild und Auftrag für uns, Europa gestärkt aus der gegenwärtigen Krise herauszuführen." Bundespräsident Alexander Van der Bellen bezeichnete ihn als "Vater des EU-Beitritts". Am 2. Mai 1989 schnitt er zusammen mit Ungarns damaligen Außenminister Gyula Horn an der Grenze bei Mörbisch symbolisch den Grenzzaun als Sinnbild des Eisernen Vorhangs durch. Er überreichte am 17. Juli 1989 Österreichs Antrag zum Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft und nahm 1994 am erfolgreichen Abschluss der Beitrittsverhandlungen in Brüssel teil. Bei der nachfolgenden Volksabstimmung entschieden etwa 66 Prozent der Österreicher für den Beitritt zum Staatenbund. In Europa umstritten war Mocks frühes und kompromissloses Eintreten für eine Anerkennung der abtrünnigen Teilrepubliken Jugoslawiens, Slowenien und Kroatien. Der Zerfall des südosteuropäischen Vielvölkerstaates mündete während der 1990er Jahre in einen blutigen Bürgerkrieg. (dpa/rt deutsch)

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