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Griechischer Finanzminister wirft Gläubigern Doppelmoral vor

Griechischer Finanzminister wirft Gläubigern Doppelmoral vor
Griechischer Finanzminister wirft Gläubigern Doppelmoral vor
Gut zwei Wochen vor der entscheidenden Sitzung der Eurogruppe zum Abbau der griechischen Schulden hat Athens Finanzminister, Euklid Tsakalotos, ein Ende des Streits zwischen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie Deutschland und anderen Gläubigern gefordert. Den europäischen Kreditgebern warf er vor, unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe zu verwenden.

Es könne nicht sein, dass der IWF nur gut sei, wenn es um die Umsetzung von Reformen gehe, aber wenn er den Abbau des Schuldenberges fordere, "zur Seite gedrängt wird", sagte Tsakalotos am Mittwoch auf einer Konferenz in Frankfurt laut der Athener Zeitung Kathimerini. "Wenn die Niederlande und Deutschland der Ansicht sind, dass der IWF eine wunderbare Institution ist, dann müssen sie hören, was der Fonds zum Schuldenberg sagt", hieß es weiter.

Griechen demonstrieren gegen weitere Sparmaßnahmen, von denen insbesondere Rentner betroffen sein werden.

Knackpunkt der Beratungen zwischen der Eurogruppe und dem IWF ist die Frage, wie der Fonds im aktuellen dritten Hilfsprogramm für Griechenland in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro ins Boot geholt werden kann. Der IWF hält die Schuldenlast des Landes für zu schwer und fordert deshalb Erleichterungen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will darüber aber erst nach dem Ende des laufenden griechischen Sparprogramms im Sommer 2018 reden.

Tsakalotos betonte, dass Athen nicht die sofortige Umsetzung von Maßnahmen zum Abbau der griechischen Schulden fordere. Athen wünsche sich aber, dass die Eurogruppe bei ihrer nächsten Tagung am 15. Juni Beschlüsse fasse, die Vertrauen in Griechenland an den Finanzmärkten erzeugten. "Ich würde glücklich sein, wenn die Märkte daraus verstehen, dass Europa nicht die Entscheidungen in die Zukunft versetzt hat", sagte Tsakalotos. (dpa)

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