Gabriel warnt vor NATO-Beteiligung an Kampfhandlungen gegen den IS

Gabriel warnt vor NATO-Beteiligung an Kampfhandlungen gegen den IS
Gabriel warnt vor NATO-Beteiligung an Kampfhandlungen gegen den IS
Vor dem NATO-Gipfel hat Außenminister Sigmar Gabriel die Beteiligung des Bündnisses an Kampfhandlungen gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" kategorisch ausgeschlossen. Dass die NATO Teil der internationalen Koalition gegen den IS mit mehr als 60 Ländern wird, unterstützte Gabriel allerdings. "Alle 28 Mitgliedstaaten der NATO sind Teil der Anti-IS-Koalition. Deswegen wäre es fast ein wenig unlogisch, die Institution NATO weiter am Katzentisch sitzen zu lassen."

Auf dem NATO-Gipfel in Brüssel soll am Donnerstag der Einstieg der NATO in die Anti-IS-Koalition formell beschlossen werden. Vor allem US-Präsident Donald Trump dringt auf eine stärkere Beteiligung des Bündnisses am Kampf gegen den Terror. Gabriel sieht die NATO dagegen im Anti-Terror-Kampf nicht an vorderster Front. "Gegen Trainingsmissionen, wie sie auch bislang schon durchgeführt werden, hat niemand etwas. Aber der Einstieg der NATO in den bewaffneten Kampf halten wir für das völlig falsche Signal." Denn damit würde der Eindruck entstehen, dass der Westen gegen einen Teil der islamischen Welt kämpfe, sagte Gabriel.

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (l.) trifft in Washington auf seinen Amtskollegen aus den USA, Rex Tillerson.

Die NATO war bereits mehrfach an offensiven Kampfeinsätzen beteiligt: im Kosovo-Krieg, in Afghanistan und in Libyen. Die Bombardements gegen den IS in Syrien und im Irak werden derzeit vor allem vom größten NATO-Mitglied USA in nationaler Verantwortung ausgeführt. Die Bundeswehr unterstützt sie mit Aufklärungs- und Tankflugzeugen. Die NATO ist mit "Awacs"-Aufklärungsflugzeugen beteiligt.