Ärzte ohne Grenzen melden unmenschliche Bedingungen in Libyens Flüchtlingslagern

Ärzte ohne Grenzen melden unmenschliche Bedingungen in Libyens Flüchtlingslagern
Ärzte ohne Grenzen melden unmenschliche Bedingungen in Libyens Flüchtlingslagern
In zwei Lagern hätten Flüchtlinge in diesem Jahr über Tage nichts zu Essen bekommen und seien deshalb wegen Mangelernährung behandelt worden, teilte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Freitag in Kairo mit. Das verfügbare Wasser reiche gerade mal zum Überleben. Eine große Zahl an Menschen sei auf engem Raum eingesperrt. Dadurch verbreiteten sich Krankheiten wie Krätze oder Windpocken.

Nach Angaben der Hilfsorganisation haben viele Flüchtlinge Selbstmordgedanken oder leiden am post-traumatischen Stresssyndrom. Die Bedingungen in den Lagern entsprächen keinen nationalen oder internationalen Standards, kritisierte MSF.

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In dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Drei Regierungen und zahlreiche Milizen konkurrieren um die Macht. Wegen der instabilen Lage hat sich Libyen zu einem wichtigen Transitland für Flüchtlinge entwickelt, die nach Europa wollen. In diesem Jahr kamen bereits mehr als 1000 Menschen auf dem Mittelmeer ums Leben. (dpa)

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