Julian Assange: US-Anklage gegen WikiLeaks-Mitarbeiter ist inakzeptabel

Julian Assange: US-Anklage gegen WikiLeaks-Mitarbeiter ist inakzeptabel
Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange gab vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London eine Erklärung ab. Einige Stunden zuvor ließ Schweden die Anklage wegen einer angeblichen Vergewaltigung gegen Assange Fallen. Der Arrest ohne Anklage sei, laut Assange, zu einer Eigenschaft der EU geworden.

Assange bezeichnete die weiterhin im Raum stehende Anklage aus den USA als inakzeptabel.

Julian Assange vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London: 

Heute ist ein wichtiger Sieg für mich und für das UN-Menschenrechtssystem. Aber es löscht keineswegs die sieben Jahre des Wegsperrens ohne Anklage – im Gefängnis, unter Hausarrest und fast fünf Jahre hier in dieser Botschaft - ohne Sonnenlicht.  

Sieben Jahre ohne Anklage, während meine Kinder ohne mich aufwuchsen. Das ist nicht etwas, was ich vergeben kann, es ist nicht etwas, dass ich vergessen kann.

Außerdem äußerte sich der WikiLeaks-Chef auf Twitter. Verbittert nach einer "sieben Jahre langen Haft ohne Anklage" plant er den schwedischen Staat zu verklagen. Assange kündigt eine ausführliche öffentliche Erklärung an.

Die Generalstaatsanwältin Marianne Ny in Stockholm; Schweden, 16. Juli 2014.

Die unausweichliche Frage, die in diesem Moment der furchtbaren Ungerechtigkeit bleibt, ist etwas, von der ich hoffe, dass sie zu mehr heranwächst, als nur über mich und diese Situation, denn in Wahrheit ist der Arrest und die  Auslieferung ohne Anklage etwas, dass zu einer Eigenschaft der EU geworden ist.

Außerdem sagte Assange:

Drohungen gegen mich und meine Mitarbeiter werden nicht tolleriert. Wir haben Asylrechte in Großbritannien und Großbritannien hat nicht das Recht, mich festzunehmen.

Es habe furchtbare Ungerechtigkeiten aus politischen Gründen gegeben sagte Assange. Den heutigen Tag bezeichnete Assange als "Tag des Sieges", jedoch sei der Krieg längst nicht ausgefochten. Außerdem werde WikiLeaks weiterhin geleakte Dokumente veröffentlichen. Während die USA extreme Drohungen erhoben hätten, habe Assange stets einen Dialog über das Geschehene angestrebt. Assanges Anwälte hätten bereits britische Behörden kontaktiert und hoffen einen Dialog in Gang bringen zu können, um den besten Weg nach vorne eruieren zu können.