Versteigerungssumme von US-Gemälde schlägt Rekorde

Versteigerungssumme von US-Gemälde schlägt Rekorde
Versteigerungssumme von US-Gemälde schlägt Rekorde
Der New Yorker Künstler Jean-Michel Basquiat ist rund 29 Jahre nach seinem Tod zu späten Ehren gekommen. Ein Bild des Malers und Graffitikünstlers wurde am Donnerstag (Ortszeit) in New York bei Sotheby's für die Rekordsumme von 110,5 Millionen Dollar (99,2 Millionen Euro) versteigert, wie US-Medien berichteten. Der bunte Totenkopf sei von einem japanischen Milliardär erworben worden. Mit dieser Verkaufssumme wurde der höchste Preis für das Werk eines US-Künstlers erzielt.

"Es war Basquiats Abend", schrieb Sotheby's zu der Versteigerung, bei der fünf Werke des aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn stammenden Künstlers insgesamt 129,3 Millionen Dollar (116 Mio) einbrachten. Das Gemälde sei "roh, unzensiert und auf das Schärfste wunderbar" und eines der Meisterwerke Basquiats. Gekauft wurde "Untitled" von dem japanischen Unternehmer Yusaku Maezawa. Dieser kündigte an, es in einem Museum in seinem Zuhause in seiner Heimatstadt Chiba in Japan auszustellen und es vorher an Institutionen weltweit zu verleihen.

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Vor der Versteigerung am Donnerstag galt das Gemälde als nahezu unbekannt, da es seit dem Jahr 1984 nach einem Verkauf für 19.000 Dollar in einer privaten Sammlung aufbewahrt wurde. Erst vor wenigen Wochen wurde es der Öffentlichkeit präsentiert. Basquiat, Sohn eines Haitianers und einer Puerto Ricanerin, gilt als einer der wichtigsten US-Künstler der vergangenen Jahrzehnte. Er starb 1988 im Alter von 27 Jahren an einer Überdosis Heroin nach einer kurzen aber steilen Karriere.

"Ich hoffe, es bringt anderen so viel Freude wie mir, und dass dieses Meisterwerk des 21-jährigen Basquiats künftige Generationen inspiriert", sagte Maezawa, Gründer der Contemporary Art Foundation in Tokio. "Als ich dieses Gemälde erstmals entdeckte, war ich von so viel Begeisterung und Dank über die Liebe zur Kunst getroffen. Diese Erfahrung will ich mit so vielen Menschen wie möglich teilen", schrieb Maezawa auf Instagram.

"Untitled" ist laut einem Bericht der New York Times das erste Kunstwerk, das nach 1980 angefertigt wurde und bei einer Auktion mehr als 100 Millionen Dollar einbrachte. Es erzielte der Zeitung zufolge den sechsthöchsten Kaufpreis - eigentlich war nur mit einem Kaufpreis von etwa 60 Millionen Dollar (54 Mio Euro) gerechnet worden. "Er ist jetzt in derselben Liga wie Francis Bacon und Pablo Picasso", sagte Kunsthändler und Basquiat-Experte Jeffrey Deitch der New York Times zufolge.

In dieser Woche war schon ein weiteres Meisterwerk in der Vereinigten Staaten unter den Hammer gekommen. Das Porträt „Femme assise, robe bleue“ (Sitzende Frau, blaues Kleid) von Pablo Picasso war bei einer Auktion in New York für 45 Millionen US-Dollar (umgerechnet 41 Millionen Euro) versteigert worden. Das teilte das Auktionshaus Christie's am Montag (Ortszeit) mit. Das Gemälde aus dem Jahr 1939, das zu den bekanntesten des spanischen Künstlers zählt, stellt seine damalige Muse Dora Maar auf einem Stuhl sitzend dar. (dpa)

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