UN: 500.000 Zivilisten vor Kämpfen aus West-Mossul geflohen

UN: 500.000 Zivilisten vor Kämpfen aus West-Mossul geflohen
UN: 500.000 Zivilisten vor Kämpfen aus West-Mossul geflohen
Seit Beginn der Militäroffensive auf den Westteil der irakischen IS-Hochburg Mossul vor knapp drei Monaten sind nach Angaben der Vereinten Nationen eine halbe Million Menschen von dort geflohen. Das UN-Koordinationsbüro für Humanitäre Hilfe (OCHA) sprach in einer Mitteilung am Donnerstag von „alarmierenden“ Zahlen. Die Kämpfe zwischen der Armee und der Terrormiliz „Islamischer Staat“ könnten Zehntausende weitere Einwohner zur Flucht zwingen, hieß es weiter.

Seit Beginn der Offensive zur Rückeroberung von Mossul im Oktober 2016 flohen insgesamt 700.000 Menschen. Der IS hatte die im Norden gelegene zweitgrößte Stadt des Iraks im Zuge seiner blitzartigen Eroberungen im Jahr 2014 überrannt und unter seine Kontrolle gebracht. Während die Extremisten im Januar aus Ost-Mossul vertrieben werden konnten, stellt sich die Rückeroberung des Westteils wegen der engen Straßen und der dicht bebauten Altstadt schwieriger dar. Armeesprecher Jihja Rassul sagte allerdings am Dienstag, irakische Sicherheitskräfte hätten mittlerweile fast 90 Prozent des Westteils unter ihrer Kontrolle.

Die irakische Armee versucht seit Wochen, die vom IS gehaltene Altstadt einzuzingeln. Dort sind nach UN-Schätzung rund 400.000 Menschen eingeschlossen. Viele hätten seit Wochen oder Monaten keinen Zugang zu Wasser und Medizin; auch die Versorgung mit Lebensmitteln sei nicht gesichert, sagte die Irak-Koordinatorin von OCHA, Lise Grande. Sie rechne damit, dass mit dem Heranrücken der Front an die Altstadt bis zu 200.000 weitere Menschen fliehen werden. (dpa/rt deutsch)