Angriff auf Staatssender in Afghanistan fordert zehn Menschenleben, IS reklamiert Tat für sich

Angriff auf Staatssender in Afghanistan fordert zehn Menschenleben, IS reklamiert Tat für sich
Angriff auf Staatssender in Afghanistan fordert zehn Menschenleben, IS reklamiert Tat für sich
Bei einem Angriff auf einen staatlichen Fernsehsender in der ostafghanischen Großstadt Dschalalabad sind zehn Menschen getötet worden. Unter ihnen seien vier Angestellte des Senders - zwei Techniker, ein Fahrer und ein Wächter - sowie zwei Polizisten, sagte der Gouverneur der Provinz Nangarhar, Mohammed Gulab Mangal, am Mittwoch. Auch alle vier Angreifer seien tot. Weitere 17 Menschen seien verletzt worden. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte sich über ihr Sprachrohr Amak zum Gewaltakt.

Die Provinzregierung habe Informationen über einen bevorstehenden Anschlag gehabt, sagte Mangal. Die Sicherheitskräfte hätten deshalb schnell reagieren und eine größere Opferzahl verhindern können. Die Angreifer hätten Mörsergranaten und Schnellfeuerwaffen bei sich gehabt.

Israelische Soldaten aus der

Der Angriff begann gegen 10.30 Uhr am Morgen. Ein Wagen stoppte vor dem Sender, mehrere Angreifer sprangen heraus und fingen sofort an zu schießen. Einer der Angreifer habe am Tor eine Sprengstoffweste gezündet, drei seien in das Haus eingedrungen, sagte Gouverneur Mangal. Vier Mitarbeiter des Senders seien während der Gefechte aus dem umkämpften Haus gerettet worden. Erst nach drei Stunden konnten Sicherheitskräfte den letzten Angreifer ausschalten.

Die Provinz Nangarhar ist die Basis der in Afghanistan recht neuen und noch kleinen Gruppe der Terrormiliz "Islamischer Staat". Die USA fliegen seit mehr als einem Jahr kontinuierlich Luftangriffe auf ihre Stellungen, konnten sie aber bisher nicht auslöschen. Erst vor etwas mehr als einem Monat hatten sie die größte nicht-nukleare Bombe in ihrem Arsenal auf IS-Stellungen in Nangarhar abgeworfen.

Gleichzeitig hat der IS in den vergangenen Monaten mehrere besonders blutige Anschläge verübt, vor allem auf Institutionen des Staates. Ziele waren unter anderem der Oberste Gerichtshof sowie das größte Militärkrankenhaus des Landes in Kabul. (dpa)