Ungarn bestätigt Festnahme von deutschem Holocaustleugner

Ungarn bestätigt Festnahme von deutschem Holocaustleugner
Ungarn bestätigt Festnahme von deutschem Holocaustleugner
Die ungarischen Behörden haben den aus Deutschland geflüchteten notorischen Holocaustleugner Horst Mahler festgenommen. Der 81-Jährige sei am Montag um 13.45 Uhr in der westungarischen Grenzstadt Sopron (Ödenburg) in Gewahrsam genommen worden, teilte die ungarische Polizei am Montagnachmittag auf ihrer Webseite mit. Weitere Einzelheiten ließ sie zunächst nicht verlauten.

Der untergetauchte einstige Mitbegründer der deutschen linksterroristischen Rote Armee Fraktion (RAF) und spätere Rechtsextremist Mahler hatte trotz Ladung die Fortsetzung seiner Haft im Bundesland Brandenburg am 19. April nicht angetreten. Dort hatte der 81-Jährige seit 2009 eine zehnjährige Freiheitsstrafe wegen Volksverhetzung und Leugnung des Holocaust verbüßt. In einer Videobotschaft kündigte Mahler an, dass er in einem anderen Land um Asyl bitten werde.

Quelle: Ruptly

Die Tageszeitung (taz) hatte bereits am Montagvormittag von der Festnahme berichtet. Sie hatte sich dabei auf einen Sprecher der Staatsanwaltschaft München II berufen. Wenige Stunden später sagte der ungarische Regierungssprecher Zoltan Kovacs gegenüber Spiegel Online, ungarische Ordnungskräfte hätten gegen Mahler "bis zum Montagmittag keine Maßnahmen ergriffen und ihn nicht in Haft genommen".

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete, der Holocaustleugner habe sich an den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán gewandt. "Ich habe am 12. Mai 2017 den Führer der ungarischen Nation, Viktor Orbán, ersucht, mir als politisch Verfolgtem Asyl in Ungarn zu gewähren", zitiert das Blatt aus einer Erklärung des 81-Jährigen.

Bisher hat Mahler laut taz keinen Asylantrag in Ungarn gestellt. "Selbst wenn er etwas beantragen würde, ist es rechtlich ausgeschlossen, dass sich die Immigrationsbehörde damit substanziell beschäftigen würde", zitierte die Zeitung einen ungarischen Regierungssprecher. (dpa)

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