Bundeswehr suspendiert einen weiteren Soldaten im Zusammenhang mit Fall Franco A.

Bundeswehr suspendiert einen weiteren Soldaten im Zusammenhang mit Fall Franco A.
Bundeswehr suspendiert einen weiteren Soldaten im Zusammenhang mit Fall Franco A.
Die deutsche Armee hat im Zusammenhang mit Ermittlungen um den unter Terrorverdacht stehenden Offizier Franco A. einen weiteren Soldaten vom Dienst suspendiert. Der Mann sei wegen rechtsextremer Äußerungen aufgefallen und vom Dienst entbunden worden, bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag. Der Zwischenfall, zu dem noch Ermittlungen liefen, habe sich nicht in derselben Kaserne ereignet, in der Oberleutnant Franco A. stationiert gewesen sei, fügte er hinzu.

Bei den Ermittlungen zu Franco A. stießen die Behörden auch auf eine Anleitung zum Bombenbau, wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Der terrorverdächtige und als rechtsextrem eingestufte Soldat sitzt aktuell gemeinsam mit zwei weiteren verdächtigen Kameraden in Untersuchungshaft. Sie sollen einen Anschlag geplant haben, den sie dann Flüchtlingen in die Schuhe schieben wollten. Nach bisherigen Erkenntnissen war die rechte Gesinnungen des Berufssoldaten A. den Vorgesetzten seit mehreren Jahren bekannt.

Bundeswehrsoldaten 2015 während der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Bundeswehr.

Der suspendierte Soldat Ralf G. soll in seiner Kaserne im nordrhein-westfälischen Augustdorf auch einen Hinweis auf die rechtsextreme Gruppe rund um Oberleutnant A. gegeben haben, wie «Der Spiegel» weiter berichtet. Der Zeugenaussage eines Kameraden zufolge soll er gesagt haben, in der Kaserne Illkirch gebe es «eine Gruppe gewaltbereiter Offiziere, die Waffen und Munition sammeln, um im Fall eines Bürgerkriegs auf der richtigen Seite zu kämpfen». 

Die Hinweise auf ein organisiertes Neonazi-Netzwerk in der Bundeswehr verdichten sich. Am Dienstag nahmen Ermittler einen weiteren Verdächtigen fest. Dieser soll dem terrorverdächtigen Offizier Franco A. bei dessen Anschlagsplänen geholfen haben. 

(dpa / rt deutsch)