Sicherheitsexperten: Berlin ist echte "Spionage-Hochburg"

Sicherheitsexperten: Berlin ist echte "Spionage-Hochburg"
Sicherheitsexperten: Berlin ist echte "Spionage-Hochburg"
Die deutsche Hauptstadt steht in besonderer Weise im Fokus ausländischer Spione und Geheimdienste. Dies teilte der Berliner Staatssekretär für Inneres, Torsten Akmann, am Mittwoch im Ausschuss für Verfassungsschutz mit. "Man kann durchaus sagen, dass die Stadt Berlin europaweit gesehen durchaus als ein echter Spionage-Hotspot bezeichnet werden kann, als eine echte Spionage-Hochburg", zitiert ihn dpa. Die Situation Berlins sei vergleichbar mit jener Wiens in früheren Zeiten des Kalten Krieges.

Das liege schon an der heutigen Rolle als Regierungssitz und Ort von mehr als 150 Botschaften. Das zuständige Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln und die Berliner Behörden gingen davon aus, dass eine Vielzahl von diplomatischen Vertretungen über die Geheimdienste ihrer Heimatstaaten auch mit Spionagetätigkeiten befasst seien, sagte Akmann. Spioniert werde besonders im politischen Bereich. "Die Bundesministerien stehen hier stark im Fokus", erklärte er. Daneben gebe es noch Wirtschafts- und Militärspionage.

Der Schweizer Verteidigungsminister Guy Parmelin (R) and der Chef des Schweizer Nachrichtendienstes (NDB), Markus Seiler, während der Pressekonferenz am Dienstag in Bern.

Außerdem beobachteten die ausländischen Geheimdienste Oppositionelle aus ihren Heimatländern, die in Deutschland lebten, und spionierten diese aus. Dieses Thema habe auch eine Rolle gespielt bei der sogenannten Gülen-Liste, einer kürzlich bekannt gewordenen Liste des türkischen Geheimdienstes, die zahlreiche oppositionelle Türken in Deutschland umfasste.