Malu Dreyer würdigt in Argentinien die Arbeit der Diktaturopfer

Malu Dreyer würdigt in Argentinien die Arbeit der Diktaturopfer
Nora Cortinaz, eine der Sprecherinnen von "Madres de Plaza de Mayo", den Müttern der Verschwundenen, vor der Mauer mit den Namen der Opfer.
Bundesratspräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat in Argentinien den Einsatz für die Opfer der Militärdiktatur gewürdigt. "Hier sind viele Menschen verschwunden und umgebracht worden, deshalb ist es wichtig, dass die Gedenkkultur belebt wird", sagte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz am Montag bei einem Besuch des "Parks der Erinnerung" in der Hauptstadt Buenos Aires. 

Es sei sehr berührend, dass sich heute auch viele Enkel von Opfern engagierten gegen das Vergessen. Eine Demokratie könne sich nur dann gut entwickeln, "wenn sie auch die schrecklichen Teile der eigenen Geschichte kontinuierlich bearbeitet". Die letzte der zahlreichen Militärdiktaturen Argentiniens (1973-1983) war auch die blutigste. Die von den USA unterstützte Militärjunta unter General Rafael Videla verfolgte einen systematischen Plan zur Vernichtung von Oppositionellen. 

Verschleppungen, Folter und Ermordungen waren an der Tagesordnung in rund 600 geheimen Einrichtungen. Viele Opfer wurden lebend aus Flugzeugen in die Gewässer des Río de la Plata geworfen. Menschenrechtsorganisationen schätzen die Gesamtzahl der Opfer auf bis zu 30.000 Menschen. Dokumentiert sind über 10.000 Fälle, von denen 8.800 namentlich auf den Tafeln des Erinnerungsparks am Flussufer in Buenos Aires aufgeführt werden.

ForumVostok
MAKS 2017