Israel: Palästinenser verklagen Regierung für Attacke von Extremisten

Israel: Palästinenser verklagen Regierung für Attacke von Extremisten
Klagt gegen die israelische Regierung: Hussein Dawabsheh, Großvater eines 18 Monate alten Jungen, der vor zwei Jahren bei einem Brandanschlag getötet wurde.
Der israelische Staat soll nach dem Willen einer palästinensischen Familie für einen Brandanschlag jüdischer Extremisten geradestehen. Das sagte ein Sprecher der palästinensischen Menschenrechtsorganisation Al-Mezan dem Sender Channel 2.

Verwandte von drei bei dem Anschlag getöteten Palästinensern reichten demnach am Montag bei einem Gericht in Nazareth Klage ein und forderten vom israelischen Staat zehn Millionen Schekel (rund 2,5 Millionen Euro). Der Staat trage die Verantwortung für die Attacke, weil er die Hetze jüdischer Extremisten jahrelang ignoriert habe. Al-Mezan unterstützt die Kläger.

Ein roter Teppich wird inmitten von Ruinen in Gaza-Stadt für eine Filmvorführung zum Thema Krieg ausgerollt; 12. Mai 2015.

Bei dem Anschlag waren vor zwei Jahren im nördlichen Westjordanland zwei Erwachsene und ein 18 Monate alter Junge gestorben. Die Eltern hatten versucht, ihn und seinen vier Jahre alten Bruder aus dem brennenden Haus zu retten. Das Ehepaar erlag später seinen schweren Verbrennungen, die es sich bei der Rettungsaktion zugezogen hatte. Der Vierjährige überlebte den Anschlag, ist aber laut Channel 2 immer noch auf ärztliche Hilfe angewiesen.

Die Klage kommt eine Woche nachdem das israelische Verteidigungsministerium es abgelehnt hatte, den Jungen als Terroropfer zu entschädigen. Für den Anschlag waren im vergangenen Jahr zwei jüdische Extremisten angeklagt worden. Ihr Prozess läuft noch. (rt deutsch/dpa)

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