Facebook stockt nach Gewaltvideos um 3.000 Kontrolleure auf

Facebook stockt nach Gewaltvideos um 3.000 Kontrolleure auf
Facebook stockt nach Gewaltvideos um 3.000 Kontrolleure auf
Facebook will in Anbetracht einer Vielzahl an Gewaltvideos in dem Online-Netzwerk 3.000 weitere Mitarbeiter zum Herausfiltern von Inhalten einstellen. Diese sollen im Laufe eines Jahres weltweit dazukommen, schrieb Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch. Es ist eine drastische Ausweitung des Teams: Facebook enthüllte im Rahmen der Ankündigung auch, dass die "Millionen Hinweise pro Woche" bisher von 4.500 Mitarbeitern geprüft würden.

Das Online-Netzwerk mit weltweit rund 1,9 Milliarden Nutzern war in den vergangenen Wochen massiv in die Kritik geraten, nachdem mehrfach Videos, die Gewalttaten zeigten, stundenlang auf der Plattform verblieben waren, schreibt die Deutsche Presse-Agentur. Erst filmte ein Amerikaner, wie er einen Passanten erschoss. Dann übertrug ein Mann in Thailand live bei Facebook, wie er seine Tochter tötete und sich anschließend selbst das Leben nahm. Facebook verlässt sich bezüglich verbotener Inhalte in den meisten Fällen auf Hinweise von Nutzern, die anschließend von Mitarbeitern geprüft werden. Lediglich bei Kinderpornografie wird Software eingesetzt, die diese automatisch herausfiltert.

Facebook Logo, 1. Februar 2017.

"Wenn wir eine sichere Gemeinschaft aufbauen wollen, müssen wir schnell reagieren", schrieb Zuckerberg. Die zusätzlichen Prüfer sollen auch Hinweisen auf andere Probleme wie Hassrede nachgehen. In den vergangenen Monaten hatte Facebook zudem auch zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, um auf Nutzer hinzuweisen, die in Livestreams Anzeichen für Selbstmordgedanken zeigen. Vergangene Woche sei nach einem solchen Hinweis die Polizei alarmiert worden und habe einen Nutzer gestoppt, bevor dieser sich etwas antun konnte, hob Zuckerberg als positives Beispiel hervor. "In anderen Fällen hatten wir weniger Glück", räumte er ein.