Griechenland: Bestatter lassen Verstorbenen am Straßenrand liegen, weil er arm war

Griechenland: Bestatter lassen Verstorbenen am Straßenrand liegen, weil er arm war
Die Reallöhne sind zwischen 2010 und 2016 um mehr als 23 Prozent gesunken. Die Arbeitslosigkeit ist im Schnitt auf gut 25 Prozent gestiegen. Bei Jugendlichen sogar auf 50 Prozent.
Weil er keine Angehörigen hatte, die für die Bestattungskosten aufkommen würden, hat ein griechisches Bestattungsunternehmen einen 86-jährigen Verstorbenen am Straßenrand einfach liegenlassen. Das Ausmaß der humanitären Krise in Griechenland ist beispiellos in Europa.

Der Mann war am Samstag bei einem Brand in seinem kleinen Häuschen am Rande von Thessaloniki ums Leben gekommen, berichtete das Nachrichtenportal «Thestival».

Die Feuerwehr habe ihn tot aufgefunden und ein Bestattungsunternehmen verständigt, hieß es weiter. Als die Bestatter vor Ort erfuhren, dass der Mann alleinstehend und mittellos war, hätten sie den Leichensack am Straßenrand deponiert und seien davongefahren. Erst Stunden später gelang es der Polizei, ein anderes Bestattungsunternehmen zu organisieren, das die Leiche schließlich abholte.

(rt deutsch/dpa)