Mindestens 50 Tote bei Taliban-Angriff auf Militärbasis in Afghanistan

Mindestens 50 Tote bei Taliban-Angriff auf Militärbasis in Afghanistan
Das zerstörte Parlament in Kabul am 23. Juni 2015 nach einer Selbstmordattacke.
Bei einer Attacke der radikalislamischen Taliban auf einen Armeestützpunkt sind im Norden Afghanistans mindestens 50 Menschen getötet worden. Mehr als 73 seien verletzt worden, als die Talibanmiliz die Militärbasis in der nördlichen Provinz Balch am Freitag stürmten, sagte ein Sprecher der Armee.

Mehrere mit Gewehren bewaffnete Anhänger der radikalislamischen Taliban hätten angegriffen, als die Soldaten nach dem Freitagsgebet die Moschee auf dem Gelände des weitläufigen Stützpunktes verließen. Die Angreifer hätten Uniform getragen und in Militärfahrzeugen drei Kontrollposten passiert. 

Die Zahl der Toten könne aber noch weiter steigen, weil afghanische Sicherheitskräfte das Gelände nach dem Ende der Gefechte immer noch absuchten. Der Stützpunkt liegt nur wenige Kilometer von der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif entfernt, wo die Bundeswehr ein Feldlager hat. Deutsche oder andere ausländische Soldaten kamen nach Angaben des Einsatzführungskommandos in Potsdam nicht zu Schaden.

Die afghanische Hauptstadt Kabul. Archivbild.

Die Basis sei wieder unter Kontrolle der afghanischen Sicherheitskräfte, hieß es weiter. Einer der Angreifer sei mit einer Sprengstoffweste gefasst worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kabul. Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid sprach von mehr als 100 getöteten Soldaten. Die Taliban geben aber meist deutlich überhöhte Opferzahlen an.

Die Taliban hatten im November bereits einen schweren Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif verübt. Damals fuhr ein Selbstmordattentäter mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in die Außenmauer des Komplexes, die durch die Wucht der Explosion zerstört wurde. Durch den Anschlag wurden mehrere Afghanen getötet und mehr als 120 verletzt. Die Mitarbeiter des Konsulats blieben unversehrt.

(dpa/reuters)

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