Sergei Lawrow zu Jean-Marc Ayrault: "Moskau hält den Vorfall in Chan Schaichun für eine Provokation"

Sergei Lawrow zu Jean-Marc Ayrault: "Moskau hält den Vorfall in Chan Schaichun für eine Provokation"
Sergei Lawrow zu Jean-Marc Ayrault: "Moskau hält den Vorfall in Chan Schaichun für eine Provokation"
Russlands Außenminister Sergei Lawrow hat in einem Telefongespräch mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Marc Ayrault am Mittwoch erneut eine objektive und unabhängige Untersuchung des mutmaßlichen C-Waffeneinsatzes in Syrien gefordert. Russland halte den Vorfall in Chan Schaichun für eine Provokation, die den Waffenstillstand im Land untergraben solle. Russland trete konsequent für die Achtung des Völkerrechtes und gegen jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten ein.

Zuvor hatte der französische Chefdiplomat Jean-Marc Ayrault erklärt, dass Paris über Beweise dafür verfüge, dass Syriens Regierung hinter dem Giftgaseinsatz am 4. April stehe. Der Politiker sagte am Mittwoch, die Geheimdienste seines Landes würden in den kommenden Tagen entsprechende Belege präsentieren. Bei dem mutmaßlichen Angriff auf Chan Schaichun waren Dutzende Menschen ums Leben gekommen. US-Präsident Donald Trump ließ danach einen Luftstützpunkt in Syrien bombardieren.

Russlands Verteidigungsministerium fordert Beweise für angeblichen C-Waffen-Einsatz in Syrien

Inzwischen bestätigte die Organisation für das Verbot chemischer Waffen, dass in Chan Schaichun "Sarin oder eine mit Sarin vergleichbare Substanz" eingesetzt worden war. Der Generaldirektor der Organisation, Ahmet Üzümcü, teilte darüber hinaus mit, dass ein Expertengremium die syrische Ortschaft besuchen werde, sobald das die Sicherheitslage vor Ort erlauben werde.

Organisation für das Verbot chemischer Waffen bestätigt Einsatz von Sarin in Syrien