Sergei Lawrow hinterfragt Aussage von Syriens Ex-General über versteckte Giftgas-Vorräte

Sergei Lawrow hinterfragt Aussage von Syriens Ex-General über versteckte Giftgas-Vorräte
Sergei Lawrow hinterfragt Aussage von Syriens Ex-General über versteckte Giftgas-Vorräte
Russlands Außenminister Sergei Lawrow hat die Aussage eines fahnenflüchtigen syrischen Generals hinterfragt, wonach Damaskus hunderte Tonnen Giftgas vor der Organisation für das Verbot chemischer Waffen verborgen habe. Dem russischen Chefdiplomaten zufolge frage sich nun Moskau, warum der Ex-Militär diese Informationen gut drei Jahre lang verschwiegen habe. "Jeder vernünftige Mensch begreift, dass man den General dazu entweder mit Zuckerbrot oder mit Peitsche veranlasst hat", so Sergei Lawrow.

"Ich habe die Berichte über die Aussage des flüchtigen syrischen Generals gesehen. Ihnen ist zu entnehmen, dass er im Jahr 2013 geflüchtet sein soll. Im selben Jahr wurde die russisch-amerikanische Vereinbarung über die chemische Entwaffnung Syriens im Einklang mit dessen Beitritt zur Chemiewaffenkonvention erzielt, die in Den Haag und in New York unterstützt wurde", sagte der russische Außenminister. "Der Gesamtumfang der zu vernichtenden C-Waffen war damals mit 1.300 Tonnen angegeben, während der General gestern erklärte, dass sich die Gesamtvorräte an C-Waffen auf 2.000 Tonnen belaufen hätten. Ich stelle mir nun die Frage, warum der General drei Jahre lang geschwiegen hat, wenn er davon gewusst hat? 700 Tonnen sind keine geringe Menge. Sie lässt sich nicht in einem Reagenzglas für weißes Pulver verstecken."

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Zuvor hatte die britische Zeitung Telegraph unter Berufung auf den syrischen Ex-General Zaher al-Sakat berichtet, dass Damaskus vor der OPCW mehrere Tonnen chemische Kampfstoffe verborgen habe. Gleichzeitig führte der fahnenflüchtige Militär keine Beweise für seine Behauptung an. Dabei hatte er Syrien vor gut drei Jahren verlassen.