Demonstranten stürmen Parlamentsgebäude in Paraguay

Demonstranten stürmen Parlamentsgebäude in Paraguay
Demonstranten stürmen Parlamentsgebäude in Paraguay
Im südamerikanischen Staat Paraguay ist es bei Protesten gegen eine weitere Amtszeit von Präsident Horacio Cartes zu schweren Ausschreitungen gekommen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Protestler stürmten am Freitag in der Hauptstadt Asunción das Parlamentsgebäude und zündeten es an. Zuvor war es bereits zu stundenlangen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Nach Angaben von BBC Mundo sollen 28 Menschen verletzt worden sein.

Auslöser der Krawalle war eine Entscheidung des Senates, die auf einer nichtöffentlichen Sondersitzung fiel. Dabei stimmten die Abgeordneten mehrheitlich für eine Verfassungsänderung, die dem Präsidenten eine zweite Amtszeit erlauben soll. Das Abgeordnetenhaus muss dem Vorschlag noch zustimmen. Die Abstimmung war ursprünglich für den frühen Samstag geplant, wurde aber wegen der Lage abgesagt.

Der durch einen institutionellen Putsch gestürzte Ex-Präsident Paraguays, Fernando Lugo.

Paraguay wurde bis 1989 vom deutschstämmigen Diktator Alfredo Stroessner regiert. Die Verfassung aus dem Jahr 1992 verbietet eigentlich eine Wiederwahl des Präsidenten. Kritiker betrachten die Abstimmung im Senat als illegal und befürchten eine Schwächung der demokratischen Institutionen.

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