Russland und Ukraine lehnen Live-Übertragung von Samoilowas ESC-Auftritt aus Russland ab

Russland und Ukraine lehnen Live-Übertragung von Samoilowas ESC-Auftritt aus Russland ab
Russland und Ukraine lehnen Live-Übertragung von Samoilowas ESC-Auftritt aus Russland ab
Der russische TV-Sender Perwy Kanal findet die von den Eurovision-Organisatoren vorgeschlagene Live-Schaltung der Sängerin Julia Samoilowa via Satellit seltsam und lehnt sie ab. Der Vorschlag widerspreche dem Sinn der Veranstaltung, deren feste Regel der Live-Auftritt auf der Eurovision-Bühne ist, heißt es in der offiziellen Erklärung des Senders. Die Europäische Rundfunkunion EBU müsse keine neuen Regeln für die russische Teilnehmerin von 2017 erfinden.

Der ukrainische Vizeregierungschef Wjatscheslaw Kirilenko wertete seinerseits die mögliche Live-Schaltung von Samoilowa als dergleichen Verstoß gegen ukrainische Gesetze wie ihre Einreise in das Land aus. Die EBU sollte das berücksichtigen. Die Erklärung machte der Politiker in seinem Twitter-Profil.

Die Sängerin Julia Samoilowa könnte am Musik-Wettbewerb Eurovision auch aus der Ferne teilnehmen. Das schlug die Europäische Rundfunkunion EBU vor. „Mit Rücksicht darauf, dass die Ukraine ihr Verbot beibehalten kann und wir den ESC apolitisch halten wollen, hat die EBU nach einer Lösung gesucht. Wir haben dem Perwy Kanal einen beispiellosen Vorschlag gemacht, Julia eine Chance zu geben, trotzdem am Wettbewerb teilzunehmen und mit ihrem Song live aufzutreten“, heißt es im EBU-Bericht.

Julia Samoilowa, die als russische Teilnehmerin am ESC vorgesehen war, am Moskauer Flughafen; 16. März 2017

Laut dem Bericht ist es das erste Mal in der 60-jährigen Eurovision-Geschichte, dass ein ESC-Teilnehmer solch einen Vorschlag bekommt. Der ukrainische Sicherheitsdienst hatte am Mittwoch ein dreijähriges Einreiseverbot gegen Julia Samoilowa verhängt. Das hat die Sprecherin der Behörde, Jelena Gitljanskaja, auf ihrer Facebook-Seite geschrieben. "Die Entscheidung wurde aufgrund der Informationen über einen Verstoß gegen die ukrainischen Gesetzgebung [durch Julia Samoilowa] getroffen", hieß es in der Erklärung.