Heiko Maas will Homosexuelle rehabilitieren

Heiko Maas will Homosexuelle rehabilitieren
Heiko Maas will Homosexuelle rehabilitieren
Homosexualität war in der Bundesrepublik Deutschland lange strafbar. Aufgrund des früheren Paragrafen 175 wurden Zehntausende Strafverfahren angestrengt. Bundesjustizminister Heiko Maas will nun Betroffene rehabilitieren, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Das Gesetzentwurf des Justizministeriums sieht auch Entschädigungen vor. Die Rehabilitierung der Männer, die allein wegen ihrer Homosexualität vor Gericht gestanden haben, sei längst überfällig, findet der SPD-Politiker.

„Die verurteilten homosexuellen Männer sollen nicht länger mit dem Makel der Verurteilung leben müssen. Der Paragraf 175 hat Berufswege verstellt, Karrieren zerstört und Biografien vernichtet. Den wenigen Opfern, die heute noch leben, sollte endlich Gerechtigkeit widerfahren“, meint Heiko Maas. Nach einem Bericht der Funke-Mediengruppe sollen für jede aufgehobene Verurteilung 3.000 Euro Entschädigung gezahlt werden. Für jedes angefangene Jahr Haft können die Opfer demnach 1.500 Euro erhalten. Das Justizministerium geht von etwa 64.000 Strafverfahren aus. Laut Schätzungen können derzeit etwa 5.000 Menschen einen Anspruch auf die Rehabilitierung geltend machen.

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Die Bundesrepublik hatte den im Jahr 1935 durch die Nationalsozialisten verschärften Paragrafen 175 des Strafgesetzbuchs übernommen. Erst im Jahr 1994 wurde der Paragraf abgeschafft. In der DDR war das um einige Jahrzehnte früher – im Jahr 1968 – passiert.