Streit über „Zinnsoldaten“ und „Schützengräben“: Kampagne gegen Transgender spaltet Spanien

Streit über „Zinnsoldaten“ und „Schützengräben“: Kampagne gegen Transgender spaltet Spanien
Streit über „Zinnsoldaten“ und „Schützengräben“: Kampagne gegen Transgender spaltet Spanien
Die Staatsanwaltschaft von Madrid ermittelt derzeit gegen die ultrakatholische Gruppe Hazte Oír wegen eines möglichen Hassdeliktes. Am 27. Februar hat die Organisation in Madrid eine Kampagne gegen Transgender gestartet. Der Stein des Anstoßes ist ein orangefarbener Bus, der nach dem Konzept der Gläubigen ganz Spanien bereisen soll, um für die traditionelle binare Geschlechtereinteilung in Frauen und Männer zu werben.

Das Motto der Anti-Transgender-Kampagne ist unverblümt auf den Seiten des Werbefahrzeuges gekennzeichnet: „Alle Jungen haben einen Penis. Alle Mädchen haben eine Vulva. Lass dich nicht irreführen! Wenn du als Mann zur Welt kommst, bist du ein Mann. Wenn du als Frau zur Welt kommst, wirst du für immer eine bleiben.“ Viele Spanier verurteilen die mangelnde Toleranz der Kampagne und sehen darin ein Hassdelikt gegen die Transgender. Am Dienstag ließ der Stadtrat von Madrid den Hazte-Oír-Bus beschlagnahmen, nachdem er 24 Stunden lang über die Straßen der Hauptstadt gerollt war. Die ultrakatholische Organisation erstattete danach eine Anzeige wegen Fahrzeugentführung und kündigte an, dass die Kampagne für die traditionelle Geschlechtereinteilung in anderen Regionen Spaniens fortfahren würde.

Eines der Motive aus der neuen AIDES-Kampagne.

Im vergangenen Januar hatte eine Vereinigung der Familien mit transsexuellen Kindern im Baskenland und Navarra eine Werbekampagne gestartet, um die Gesellschaft für Probleme der kleinen Transgender zu sensibilisieren. Das Motto der Aktion lautete: „Es gibt Mädchen mit einem Penis und Jungen mit einer Vulva“. Als der Transgender-Verband Chrysallis die Werbung mit Zeichnungen von nackten Kindern in seinem Facebook-Profil veröffentlichte, blockierte das soziale Netzwerk zwar den Account gemäß seiner herkömmlichen Politik. Nach 48 Stunden aber wurde die Seite wieder zugänglich.      

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