Die Türkei droht Griechenland mit Auflösung des Flüchtlingsabkommens

Die Türkei droht Griechenland mit Auflösung des Flüchtlingsabkommens
Die Türkei droht Griechenland mit Auflösung des Flüchtlingsabkommens
Ankara hat Athen aufgefordert, die geflüchteten türkischen Militärs preiszugeben, erklärte der Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu. „Das ist eine politische Entscheidung, Griechenland verteidigt und begünstigt die Verschwörer. Wir werden sehen, was zu machen ist. Zuvor haben wir ein Flüchtlingsabkommen unterzeichnet, und unter anderem haben wir uns auf einer gegenseitigen Auslieferung von illegalen Migranten geeinigt. Wir erwägen gerade die Auflösung dieser Vereinbarung“, sagte der Politiker.

Im März 2016 hatten sich Regierungschefs der EU und der Türkei auf ein Flüchtlingsabkommen geeinigt. Es sieht vor, dass alle Personen, die ab dem 20. März illegal nach Griechenland gekommen sind, in die Türkei zurückgebracht werden sollen. Das Ziel der Vereinbarung war, Migrantenzahl in der EU zu senken. 

Urteil: Griechenland liefert türkische Offiziere nach Putschversuch nicht aus

Am Donnerstag wurde bekannt, dass acht türkische Offiziere, die nach dem gescheiterten Putschversuch im Juli Asyl in Griechenland beantragt haben, nicht ausgeliefert werden. Das hat das griechische Oberste Gericht in letzter Instanz beschlossen. Die Staatsanwaltschaft in Athen sei sich nicht sicher, ob die Militärs ein fairer Prozess in der Türkei erwartet.

Im Oktober hatten 35 türkische Diplomaten und ihre Familienmitglieder in Deutschland Asyl beantragt. Nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei seien die Pässe von acht Mitarbeitern der türkischen Botschaft in der BRD annulliert worden, meldeten vorher deutsche Medien. Wenigstens drei von ihnen, auch der Militärattaché, hatten in Deutschland um Asyl nachgesucht.