Die Ukraine wird demnächst kein Geld von IWF bekommen

Die Ukraine wird demnächst kein Geld von IWF bekommen
Die Ukraine wird demnächst kein Geld von IWF bekommen
Der Internationale Währungsfonds hat die Bereitstellung einer weiteren Kredittranche an die Ukraine in seinem Kalender für Januar nicht eingeplant, gibt die Webseite Vesti-ukr.com bekannt. Bisher wurde diese Frage auch gar nicht behandelt, heißt es auf der Homepage der Organisation. Dabei habe die Ukraine acht von elf Bedingungen des IWF für den Erhalt der neuen Finanzhilfe nicht erfüllt. Die ukrainische Regierung rechtfertigte dies damit, dass sie mit anderen Problemen beschäftigt gewesen sei.

Am 25. Oktober 2016 hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in seinem Twitter-Account geschrieben, dass die Ukraine nicht nur von Kredittranchen des Internationalen Währungsfonds leben könne. "Die Ukraine kann und wird nicht nur von Tranchen des IWF, der Weltbank und von finanzieller Hilfe der EU leben. Diese Hilfe ist ein 'finanzielles Kissen' für die Durchführung von Reformen", so Poroschenko.

Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard und ukrainischer Präsident Petro Poroschenko bei ihrem Treffen in Davos

Zuvor hatte der Gouverneur des Gebiets Odessa, Micheil Saakaschwili, erklärt, dass er die Ukraine vom ausländischen Kapital abhängig sieht. Darunter versteht der Politiker auch die Gelder des Internationalen Währungsfonds. Außerdem verglich Saakaschwili die Ukraine mit Georgien im Jahre 2000, wobei Georgien seiner Meinung nach allerdings korrupter gewesen sei.

Am 15. September hatte der Internationale Währungsfonds einen Milliardenkredit für die Ukraine gebilligt. Ursprünglich sollte das Land 1,7 Milliarden US-Dollar bekommen. Weil es aber nicht alle Bedingungen im Kampf gegen Korruption und bei der Verbesserung der öffentlichen Verwaltung erzielt hatte, entschied sich der IWF, nur eine Milliarde zu geben. Die Gelder sind Teil eines vierjährigen Hilfsprogramms über insgesamt 17,25 Milliarden Dollar.