Südeuropa bereitet Konkurrenz für Turkish Stream vor

Südeuropa bereitet Konkurrenz für Turkish Stream vor
Südeuropa bereitet Konkurrenz für Turkish Stream vor
Am Montag sind die Energieminister Italiens, Griechenlands, Israels und Zyperns in Brüssel zusammengekommen, um die Baupläne für die neue Erdgas-Pipeline am Mittelmeerboden abzusprechen. Diese soll vom israelischen Erdgasfeld Leviathan durch das zyprische Vorkommen Aphrodite mit Ausgang zur italienischen Küste nahe der Stadt Brindisi verlegt werden. Laut der Zeitung Kathimerini können künftige Gaslieferungen an Italien und Griechenland das Interesse an russischen Rohstoffen abschwächen.

Im Oktober 2016 haben der türkische Minister für Energie und Bodenschätze, Berat Albayrak, und sein russischer Amtskollege Alexander Nowak nach Abschluss der Verhandlungen zwischen Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan in Istanbul das Abkommen zum Bau von der Turkish-Stream-Pipeline unterzeichnet. Dem russischen Präsidenten zufolge hätten sich die beiden Länder dabei auf einer Ermäßigung der Gaspreise geeinigt. Zwei neue Leitungen der Pipeline sollen bis Dezember 2019 gebaut werden.

Das Pipelineprojekt Turkish Stream sieht russische Erdgaslieferungen über das Schwarze Meer vor. Von dort aus soll die Energie weiter nach Griechenland und Europa transportiert werden. Die Gesamtkosten für die Pipeline werden auf 11,4 Milliarden Euro geschätzt. Das Projekt stellt Russlands Alternative zu dem im Dezember 2014 gescheiterten South-Stream-Projekt dar, das einen Transport von Erdgas über Bulgarien in die EU vorgesehen hätte.