Ex-Präsident der Sowjetunion Gorbatschow: „Möglich ist eine andere Union in den früheren Grenzen“

Ex-Präsident der Sowjetunion Gorbatschow: „Möglich ist eine andere Union in den früheren Grenzen“
Ex-Präsident der Sowjetunion Gorbatschow: „Möglich ist eine andere Union in den früheren Grenzen“
Michail Gorbatschow hat anlässlich des 25. Jahrestages des Zerfalls der UdSSR der Nachrichtenagentur „TASS“ ein Interview gegeben. Dort erklärt der ehemalige Präsident der Sowjetunion, warum er die Unterzeichner der Vereinbarungen von Beloweschskaja Puschtscha nicht hat verhaften lassen. Michail Gorbatschow ist außerdem der Meinung, dass im postsowjetischen Raum eine neue Union, sogar in den Grenzen der ehemaligen Großmacht, möglich sei.

Am 8. Dezember 1991 hatten die Präsidenten der früheren Sowjetrepubliken Russland, Ukraine und Weißrussland im Nationalpark Beloweschskaja Puschtscha die Auflösung der UdSSR beschlossen. Der UdSSR-Präsident Michail Gorbatschow habe Boris Jelzin, Leonid Krawtschuk und Stanislaw Schuschkewitsch damals nicht verhaften lassen, weil er einen großen Bürgerkrieg befürchtet habe. Die Situation sei gefährlich gewesen.

Gorbatschow und Bush Senior im Jahre 1991

„Ich habe die Macht selbst abgetreten. Ich habe mich zurückgezogen, um ein Blutvergießen zu verhindern“, erklärt der Friedensnobelpreisträger im Gespräch mit „TASS“.   

Gleichzeitig lässt der ehemalige UdSSR-Präsident die Möglichkeit zu, dass in den Grenzen der ehemaligen Großmacht eine neue Union entstehen könnte, die aber alles andere als die UdSSR sein würde. „Die Sowjetunion kann nicht wieder entstehen, während eine andere Union meines Erachtens möglich ist. In den früheren Grenzen, mit der gleichen Besetzung, freiwillig“, findet Michail Gorbatschow.

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