Vietnamesische Kleinhändler protestieren gegen Schließung von Kneipen in Tschechien

Vietnamesische Kleinhändler protestieren gegen Schließung von Kneipen in Tschechien
Vietnamesische Kleinhändler protestieren gegen Schließung von Kneipen in Tschechien
Die tschechische Regierung zwingt alle Kleinunternehmer zum Umstieg auf elektronische Kassen, die Bons drucken können, schreibt die Zeitung Rossijskaja Gaseta. Alle, die der neuen Regelung nicht Folge leisten, müssen ihr Geschäft schließen. Dies betrifft auch die vietnamesische Diaspora, deren Mitglieder tausende kleine Geschäfte im Land und den größten Großhandelsmarkt in Zentraleuropa betreiben.

Der 1. Dezember wurde zur Deadline, die viele dazu brachte, sogar vor diesem Datum schon ihr Geschäft zu schließen. Dadurch stieg die Unzufriedenheit im Kleinunternehmermilieu stark an und führte zu Protestaktionen in mehreren Teilen des Landes. Besonders fiel dabei die Demo am Vorabend des „Schwarzen Donnerstags“ in Prag auf, bei der die „Beerdigung der freien Geschäftswelt“ durch eine Kolonne Autos und einen Laster an der Spitze, der einen schwarzen Sarg mit der Aufschrift „Lebe wohl, freie Geschäftswelt“ transportierte, inszeniert wurde. Eine weitere Demo fand auf dem Wenzelsplatz statt. Dabei wurden der Rücktritt des Finanzministers, Andrej Babiš, sowie die Abschaffung der neu eingeführten Regelung gefordert. Ein Drittel der Protestierenden waren Vietnamesen, die die drittgrößte Diaspora von Ausländern in Tschechien bilden.