Nach EU-Votum: Erdoğan droht mit Grenzöffnung für Flüchtlinge

Nach EU-Votum: Erdoğan droht mit Grenzöffnung für Flüchtlinge
Nach EU-Votum: Erdoğan droht der EU mit Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge
Nach der Annahme der Resolution zum Einfrieren der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan gedroht, die Landesgrenzen zu Europa für Flüchtlinge zu öffnen. „Hören Sie mir zu. Wenn Sie noch weiter gehen, werden die Grenzen geöffnet, merken Sie sich das“, erklärte das türkische Staatsoberhaupt am Freitag in Istanbul.

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments hatten sich am Donnerstag auf ein „vorläufiges Einfrieren“ der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei geeinigt und eine entsprechende Resolution gebilligt. Das gab die Agentur AFP bekannt. Der Grund dafür seien „unverhältnismäßige Repressionen“, zu denen es nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei im Juli gekommen war.

Seitdem steigt die Zahl der Asylsuchenden aus der Türkei in Deutschland konstant an: Während bis Juli etwa 350 Asylanträge pro Monat gestellt wurden, waren es im September schon 446 und im Oktober 485. Laut Statistiken des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) haben türkische Staatsbürger im Jahr 2016 bereits 4.437 Asylanträge gestellt haben.

Der türkische Präsident Erdoğan warnte am Sonntag die NATO-Führung davor, türkische Militärangehörige, die in der Heimat als Putschisten gelten, zu schützen.