Internationaler Strafgerichtshof nimmt Kriegsverbrechen der USA in Afghanistan unter die Lupe

Internationaler Strafgerichtshof nimmt Kriegsverbrechen der USA in Afghanistan unter die Lupe
Internationaler Strafgerichtshof nimmt Kriegsverbrechen von den USA in Afghanistan unter die Luppe
„Die uns vorgelegten Informationen lassen schlussfolgern, dass die Militärs der US-Streitkräfte und der Central Intelligence Agency bei den Vernehmungen der Gefangenen zu Mitteln gegriffen haben, die nach der Meinung der Kommission als Kriegsverbrechen eingestuft werden sollen. Dazu gehören unter anderem Folter, Misshandlung, Verletzung der Menschenwürde sowie Gewalt“. Dies teilte die Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs, Fatou Bensouda, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP mit.

Die internationale Justizbehörde ist schon mehrmals auf die Misshandlung von Festgenommenen in Afghanistan durch US-Armeeangehörige in der Zeitspanne von 2003 bis 2005 aufmerksam gemacht worden. Darauf haben die Behörden in Washington jedoch nicht gebührend scharf reagiert. In einem entsprechenden IStGH-Bericht vom Vorjahr steht, dass die Verbrechen mutmaßlich „besonders grausam“ begangen worden seien und die grundlegende Menschenwürde der Opfer zerstört hätten. Fatou Bensouda könnte außerdem eine Untersuchung des US-Luftangriffs auf ein Krankenhaus der „Ärzte ohne Grenzen“ Anfang Oktober 2015 in Kundus einleiten, bei dem mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen sind.

Die USA hatten ihr Militärkontingent im Jahr 2001 nach Afghanistan geschickt, um die Taliban zu entmachten und das Terrornetzwerk „Al-Kaida“ zu bekämpfen. Ursprünglich hätten die US-Truppen im Jahr 2014 abgezogen werden sollen. Aber die Regierung in Kabul bat dann Washington, einen Teil des US-Kontingents zur Unterstützung der örtlichen Sicherheitskräfte im Land zu lassen.