Recep Tayyip Erdoğan: "Die Türkei bleibt für den Westen ein Land zweiter Klasse"

Recep Tayyip Erdoğan: "Die Türkei bleibt für den Westen ein Land zweiter Klasse"
Recep Tayyip Erdoğan: "Die Türkei bleibt für den Westen ein Land zweiter Klasse"
Der türkische Staatschef, Recep Tayyip Erdoğan, hat erneut das Verhalten des Westens gegenüber seinem Land kritisiert. Ihm zufolge assoziiere Europa den Osten nach wie vor mit primitiven Bräuchen und engem Gesichtskreis. Der Westen übersehe schlicht die Fortschritte, die die Türkei geleistet habe, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu Recep Tayyip Erdoğan.

"Welchen Fortschritt auch immer wir erreichen, in den Augen des Westens werden wir immer ein Land zweiter Klasse bleiben. Wir haben diese bittere Wahrheit während der seit einem halben Jahrhundert andauernden EU-Integration der Türkei begriffen", bemängelte der türkische Präsident. "Einige Vertreter des Westens behaupten unverschämt, dass der Verhandlungsprozess zwischen der Türkei und der EU überdacht werden sollte. Ich glaube, sie haben sich sogar mit diesem Appell verspätet. Überdenkt den Verhandlungsprozess, aber verschleppt diese Überprüfung nicht. Trefft endlich eine Entscheidung."

Am Mittwoch hatte die EU-Kommission in dem jährlichen Bericht zu den EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei die Menschenrechtssituation im Land und das Vorgehen der Regierung in Ankara gegen Oppositionelle und Medien scharf kritisiert. Laut dem Bericht habe die Türkei einen "Rückfall" bei der Unabhängigkeit der Justiz und der Meinungsfreiheit erlebt. Die Situation sei "zunehmend unvereinbar" mit dem offiziellen Beitrittswunsch.