Die prokurdische HDP stellt ihre Arbeit im türkischen Parlament ein

Die prokurdische HDP stellt ihre Arbeit im türkischen Parlament ein
Die prokurdische HDP stellt ihre Arbeit im türkischen Parlament ein
Die als prokurdisch geltende Demokratische Partei der Völker (HDP) hat nach den jüngsten Verhaftungen ihrer Mitglieder die Arbeit im türkischen Parlament eingestellt. "Unsere Parlamentsfraktion und die Parteileitung haben beschlossen, angesichts des massiven und traurigen Angriffs die Arbeit in den gesetzgebenden Organen einzustellen", steht in der Mitteilung der HDP. Seit dem vergangenen Freitag hat die Generalstaatsanwaltschaft der Türkei insgesamt 21 Parteimitglieder festgenommen.

Am 4. November war vor einem Polizeirevier im südwesttürkischen Diyarbakır eine Bombe explodiert. Zu jenem Zeitpunkt hatten sich auf der Polizeistation 44 Aktivisten der HDP und der DBP befunden, die am Vortag während einer Nachtrazzia in Gewahrsam genommen worden waren. Insgesamt hatte die Explosion 11 Menschenleben gefordert. Am Freitag nahm die türkische Generalstaatsanwaltschaft zwölf Parlamentsabgeordnete der HDP und zahlreiche Parteiaktivisten im ganzen Land fest. Am Samstag wurden weitere neun Parteimitglieder in Gewahrsam genommen.    

Zerstörte Autos nach einer Explosion in einer Straße in Diyarbakir, Türkei, 4. November 2016.

Obwohl sich der "Islamische Staat" zu dem Anschlag bekannt hat, behaupten die türkischen Behörden, dass dahinter die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) stecke. Die HDP betrachtet die Bombenexplosion als ein Attentat gegen kurdische Aktivisten.