„Naftohas Ukrajiny“: Keine Schiefergasförderungen in Aussicht

„Naftohas Ukrajiny“: Keine Schiefergasförderungen in Aussicht
„Naftohas Ukrajiny“: Keine Schiefergasförderungen in Aussicht
Kiew plant, mehr Erdgas zu fördern, wird dabei jedoch nicht auf das Fracking-Verfahren bauen, meldete die nationale Aktiengesellschaft „Naftohas Ukrajiny“ auf ihrer Facebook-Seite. „Wir wollen uns mit Schiefergas nicht beschäftigen. Wir haben vor, vorhandene moderne Technologien zu nutzen, um traditionelles Gas effizient zu fördern. In der Ukraine gibt es genug Reserven von traditionellem Gas, so dass wir es nicht zu importieren brauchen”, heißt es in der Meldung.

Vorher wurde mitgeteilt, dass die Firma „Ukrhaswydobuwannja“, die dem nationalen Energiekonzern „Naftohas Ukrajiny“ gehört, seit dem vergangenen Oktober Schiefergas per Fracking fördert, um die Abhängigkeit der Ukraine von Gaslieferungen aus Russland zu reduzieren. Das erste Bohrloch sei mit Unterstützung der europäischen Partner in Betrieb genommen worden, weil das Land nur wenig Erfahrungen mit dem Bohren von Tonstein habe, sagte der Vorstandschef von „Naftohas Ukrajiny“, Andrei Kobolew, gegenüber Bloomberg.

Dabei wollte der Unternehmer nicht darauf eingehen, in welcher Region sich das erste Bohrloch befindet. Andrei Kobolew zufolge wolle die Ukraine ihre schon seit Jahren zurückgehende Gasproduktion nun von 20 auf 27 Milliarden Kubikmeter pro Jahr aufstocken, um „selbstständig“ zu werden. Nach Angaben des Amtes für Energiestatistik im US-Energieministerium verfügt die Ukraine insgesamt über 128 Billionen Kubikmeter Schiefergas und belegt mit diesem Kennwert den vierten Platz in Europa. Das Fracking-Verfahren besteht darin, mit Hilfe einer unter hohem Druck zu pressenden Lösung Risse im Gestein zu erzeugen und zu weiten, um an Lagerstätten im tiefen Untergrund zu kommen. Die Fracking-Gegner behaupten, dass dieses Verfahren Boden und Trinkwasser verseuchen und Erdbeben auslösen kann.