Türkei: Kurdische Frauen-Nachrichtenagentur JINHA geschlossen

Türkei: Kurdische Frauen-Nachrichtenagentur JINHA geschlossen
Türkei: Kurdische Frauen-Nachrichtenagentur JINHA geschlossen
Die kurdische Nachrichtenagentur JINHA - die einzige weltweit, die allein von Frauen betrieben wird – wurde in der Türkei geschlossen. „Die Agentur JINHA wurde auf gesetzliche Anordnung geschlossen. Unser Büro wurde versiegelt. Die Stimme der Frauen wird verfolgt. JINHA kann nicht schweigen“, heißt es auf der Facebook-Seite der Nachrichtenagentur. Neben JINHA wurde noch eine kurdische Nachrichtenagentur, DIHA, geschlossen.

Am Montagmorgen war schon der Chefredakteur der regierungskritischen türkischen Tageszeitung „Cumhuriyet“, Murat Sabuncu, festgenommen worden. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi berichtete, dass Ermittler außerdem nach dem Zeitungsvorstand Akin Atalay und dem Autoren Güray Öz gefahndet haben. Der Sender CNN Türk teilte mit, dass gegen Mitarbeiter der Zeitung 13 Haftbefehle ausgestellt worden seien.

Die regierungsnahe Zeitung „Yeni Safak“ berichtete auf ihrer Webseite, dass den Journalisten Verbindungen zu dem Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen werden, den Präsident Recep Tayyip Erdogan für den Putschversuch im Juli verantwortlich macht. Gleich nach der gescheiterten Revolte hatte Präsident Erdoğan massive Entlassungen im Staatsapparat angekündigt. Bereits kurz danach waren Zehntausende Bedienstete der Sicherheitsbehörden, der Justiz, der Medien und des Bildungswesens gefeuert worden. Außerdem wurden mehr als 35.000 Menschen festgenommen. Erst am vergangenen Wochenende waren weitere 10.000 Staatsbedienstete entlassen worden. 

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