Polen droht der EU mit einem Gerichtsverfahren wegen "North Stream 2"

Polen droht der EU mit einem Gerichtsverfahren wegen "North Stream 2"
Polen droht der EU mit einem Gerichtsverfahren wegen "North Stream 2"
Der polnische Minister für Europäische Angelegenheiten, Konrad Szymański, hat in einem Artikel für "Financial Times" die geplante Gaspipeline "North Stream 2" eine Probe für die Einheit der Europäischen Union genannt. Dem Politiker zufolge soll Brüssel die besonders anfälligen EU-Staaten vor dem ausländischen Monopol schützen. Zu diesem Zweck soll man entweder auf das Projekt komplett verzichten. Oder man soll den Einfluss der Pipeline auf den europäischen Markt einschränken.

Konrad Szymański erklärte gegenüber "Financial Times", dass die Betreiberunternehmen es nicht geschafft hätten, die Sorgen der polnischen Seite um die geplante Gaspipeline zu vertreiben. Im Gegenteil: Die Argumente gegen "North Stream 2" seien viel gewichtiger geworden. Der polnische Minister für Europäische Angelegenheiten verglich das Energie-Projekt mit dem Trojanischen Pferd, das die Wirtschaft und die politischen Beziehungen innerhalb der EU destabilisieren und vergiften könne. Den Mitgliedsstaaten, die das Projekt doch unterstützen würden, drohte Konrad Szymański mit einem Gerichtsverfahren.              

Der russische Energieriese "Gazprom" warnte seinerseits Brüssel davor, die geplante Gaspipeline aus politischen Gründen auf Eis zu legen. Der Vizepräsident des Unternehmen, Alexander Medwedew, erklärte gegenüber der "WirtschaftsWoche", dass das einem Scheitern Europas gleichkäme. Es wäre ein Diktat der Politik, die sich über wirtschaftliche Erfordernisse hinwegsetzen würde.