Hetzseite Mirotworez verspricht für britischen Journalisten 2.000 Dollar Kopfgeld

Hetzseite Mirotworez verspricht für britischen Journalisten 2.000 Dollar Kopfgeld
Hetzseite Mirotworez verspricht für britischen Journalisten 2.000 Dollar Kopfgeld
In einem Facebook-Post hat Mirotworez in verschlüsselter Form einen Mordauftrag gegen den britischen Journalisten Graham Phillips veröffentlicht. Man versprach fürs "Telefon Philips X200" (Armeekode für „tot“) 2.000 US-Dollar und für das "X300" (Kode für „verletzt“) 1.000 Dollar. Den Käufer interessiere nur „das russifizierte Original britischer Herstellung“. Der Journalist nannte den Mordauftrag „Quatsch“.

Graham Phillips arbeitete im Südosten der Ukraine und berichtete unvoreingenommen über den dortigen Konflikt. In seiner Donbass-Doku prangerte er das offizielle Kiew öffentlich an. In diesem Zusammenhang erhielt er auch vorher Morddrohungen.

Auf Initiative von Anton Geraschenko, des Beraters des ukrainischen Innenministers Arsen Awakow, wurde im Jahr 2014 die Website Mirotworez (Friedensstifter) eingerichtet. Auf der Website wurden Namen und Adressen von Personen veröffentlicht, die angeblich mit den Separatisten zusammenarbeiten. In oppositionellen Kreisen der Ukraine wird die Mirotworez-Website "Abschussliste" genannt. Der Journalist Oles Busina wurde, kurz nachdem seine Adresse auf der Liste aufgetaucht war, vor seiner Wohnung erschossen. Auf der Website ist der Tod Businas mit den Worten "wurde liquidiert" vermerkt.

Im Mai 2016 wurde bekannt, dass sich die Namen und Adressen von insgesamt 4.000 Journalisten auf der Mirotworez-Website befinden. Unter den eingetragenen Journalisten sind auch Mitarbeiter von AFP, Al Jazeera, Le Monde, BBC und Reuters. Trotz internationaler Proteste wurde Mirotworez nicht vom Netz genommen. Im Gegenteil: Anton Geraschenko griff die ukrainische Menschenrechtsbeauftragte, Valeria Lutkowskaja, an, welche die Schließung der Website gefordert hatte. Geraschenko erklärte, wer die Bedeutung der Webliste nicht verstehe, sei "selbst eine Marionette in fremden Händen", eine Anspielung auf Russland.