Europäischer Gerichtshof kippt Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente

Europäischer Gerichtshof kippt Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente
Am Mittwoch hat der Europäische Gerichtshof die deutsche Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente gekippt. Der Behörde zufolge verstoße die Regelung gegen das EU-Recht. Sie könne Anbietern aus anderen EU-Ländern den Zugang zum deutschen Markt erschweren.

Dank der Preisbindung kostet jedes rezeptpflichtige Medikament in Deutschland in jedem Bundesland, in jeder Apotheke dasselbe. Das Bundesgesundheitsministerium erklärt, dass Medikamente dadurch nicht zu teuer werden und dass die Krankenkassenbeiträge niedrig bleiben. Die Pharmaunternehmen können zunächst selbst entscheiden, zu welchen Preisen sie Medikamente an Apotheken und Großhändler abgeben. Diese erheben dann auf ihre Einkaufspreise gesetzlich festgeschriebene Zuschläge. Für ein verschreibungspflichtiges Medikament gilt immer derselbe Zuschlag in Höhe von drei Prozent des Einkaufspreises.