Anwälte verweigern dem mutmaßlichen Paris-Attentäter Verteidigung

Frank Berton
Frank Berton
Die Rechtsanwälte des Hauptverdächtigen der Anschlagserie in Paris 2015, Frank Berton und Sven Mary, haben sich geweigert, die Interessen ihres Mandanten Salah Abdeslam vor Gericht zu vertreten, teilten sie im Interview dem Sender BFM TV mit. „Wir glauben, dass er keine Aussagen machen und von seinem Schweigerecht Gebrauch machen wird“, meinte Berton. Sein Kollege Mary fügte hinzu, dass die Arbeit mit einem „beharrlich stummen Mandanten“ keinen Sinn macht.

Die beiden sollen davor seit Anfang des Gerichtsverfahrens gewarnt haben. Der Angeklagte selbst habe in schriftlicher Form auf Dienste anderer Anwälte verzichtet.

Bisher haben Vertreter der Verteidigung dafür gebürgt, dass ihr Mandant zur Aussage bereit sei.

Salah Abdeslam, der mutmaßliche Paris-Attentäter, wurde im März in Brüssel verhaftet und sitzt seitdem in Isolationshaft in einem Hochsicherheitsgefängnis in Paris, weil ihm die Beteiligung an Terror-Attentaten und Mord vorgeworfen wird. Abdeslam gilt als einziger Attentäter, der die Terroranschläge in Paris am 13. November 2015, bei denen mindestens 130 Menschen getötet worden sind, überlebt hat.

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