Der Vorsitzende der Europäischen Rabbinerkonferenz warnt vor einem Exodus der Juden aus Europa

Der Oberrabbiner von Moskau und Vorsitzende der Europäischen Rabbinerkonferenz, Pinchas Goldschmidt, hat erklärt, dass der Brexit zu einem Anstieg des radikalen Islam in Europa und einem Exudus der jüdischen Bevölkerung führen könne, berichtet die britische Tageszeigung "The Independent". In seiner Rede vor dem Eurpäischen Parlament verglich der Geistliche die Situation mit einer möglichen Zugkollision.

"Die Juden fühlen sich so, als ob sie auf einem gefährlichen Eisenbahngleis stünden, auf dem zwei Zuge immer schneller aufeinander zufahren. Der eine Zug ist der des radikalen Islam und des islamischen Terrorismus. Der andere Zug ist der des Antisemitusmus des alten Europa, der extremen Rechte", sagte Pinchas Goldschmidt.  

Der Rabbiner führte eine demoskopische Erhebung an, der zufolge 36 Prozent der belgischen und 40 Prozent der französischen Juden ihren Glauben aus Angst vor möglischen antisemitischen Attacken verheimlichen müssen. 22 Prozent meiden jüdische Veranstaltungen. Laut Statistiken haben bereits Zigtausende von Juden die EU verlassen.    

"Die Frage, die sich die Juden (nicht nur als Juden, sondern auch als Europäer) stellen, ist, ob Europa in seiner heutigen Form nach den Attacken in Paris, Brüssel, Kopenhagen und nach dem Brexit noch eine Zukunft hat?", resümierte Pinchas Goldschmidt.