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Irrenhaus Deutschland: Das Tötungsdelikt in Augsburg und der moralische Hochmut

Irrenhaus Deutschland: Das Tötungsdelikt in Augsburg und der moralische Hochmut
Teilnehmer einer Trauerfeier in Augsburg warnen auf Schildern vor einer politischen Instrumentalisierung des Verbrechens (9. Dezember 2019).
In Augsburg wurde ein Feuerwehrmann von einer Gruppe Jugendlicher mit Migrationshintergrund erschlagen. Der Vorfall könnte von rechten Populisten instrumentalisiert werden, warnen nun Medien und Politiker. Parallelen zur Tötung von Daniel H. in Chemnitz drängen sich auf.

von Jens Zimmer 

In Augsburg wird "ein Mann von einer Gruppe junger Männer nach einem Streit" erschlagen. Ein euphemistischer Code, den die Bevölkerung mittlerweile zu entschlüsseln weiß. Kein Kunststück, hat sich das allgemeine Sprachverständnis den Meldungen doch einfach angepasst. Dennoch halten Journalisten und Beamte an solchen Formulierungen fest. In der irrigen Annahme, den Sachverhalt zu verklausulieren. Die Einzigen, die sie damit täuschen, sind sie selbst. 

Die plebejischen Codeknacker liegen mit ihrer Vermutung natürlich vollkommen richtig. Sich wiederholende korrelierende Muster sind zu einprägsam, als dass man hinter ihnen den immer gleichen Vorgang verbergen könnte. Schon der Versuch zeigt, für wie potent man den Rezipienten tatsächlich hält. Diesen "Souverän", den man mit mundgerechten Informationshäppchen speist, portioniert und gewürzt in der medialen Gammelfleisch-Fabrik.

Das Augsburger Geschehen scheint nun hinreichend geklärt zu sein. Nicht mehr lange und es folgt das "Konzert gegen rechts". Solche Veranstaltungen sind ein deutscher Affekt bei politisch unliebsamen Ereignissen. Bei Bedarf kann jederzeit ein motivierendes Hetzjagd-Video hochgeladen werden. Auf Twitter, gerne anonym. In diesem Fall wäre es wohl ein Feuerwehrmann auf der Straße stehend. Im Hintergrund sagt eine Frau: "Schnuffel, geh nach Hause." 

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Fertig ist der Skandal. Die Bundesregierung verurteilt die Ereignisse ganz offiziell! Sämtliche Medien tun es ihr gleich. All die Restles, Prantls und Augsteins ohne jeden Sinn und Verstand. Auch die Promis, B-Promis und das Dschungelcamp. Der ganze Haufen. Ein Hauen und Stechen um einen gut sichtbaren Platz in der ersten Reihe der opportun Empörten. Wie Pfauen schlagen sie ihr Rad auf und gockeln aufgeregt in die Kameras. 

Spinnt man diesen fiktiven Faden weiter, würde die Augsburger Allgemeine wohl berichten, dass es keine Hetzjagd gab. "Wir waren vor Ort", schreiben diese Grünschnäbel. Die Augsburger Polizei hat ebenfalls keine Kenntnis von einer "Hetzjagd". Auch die Staatsanwaltschaft weiß von nichts. Die örtlichen Rettungsdienste haben nichts von einer Hetzjagd mitbekommen. Die Anwohner schon gar nicht. Sogar Ministerpräsident Söder meldet sich und erklärt, dass es "in Augsburg keine Hetzjagd net 'geben hot!" 

Sakra! 

Doch da gibt es ja immer noch das Corpus Delicti. "Schnuffel, geh nach Hause", festgehalten auf Video. Ein schlagender Beweis. Der Chef des Inlandsgeheimdienstes ist der Meinung, das sei alles grober Unfug. Aber den kann man kurzerhand rauswerfen. Und dann endlich dieses Konzert gegen rechts veranstalten. Natürlich umsonst. Selbst das Publikum wird kostenlos herangekarrt. Das Motto lautet "Wir sind mehr!", und diesbezüglich geht man kein Risiko ein. Und weil niemand ein "Nazi" sein will, hüpfen sie alle brav im Takt. 

Der tote Feuerwehrmann – sollte man den nicht in Frieden ruhen lassen? Viel wichtiger ist doch, dass man ein Zeichen setzt. Gegen die Populisten! Die ohnehin immer nur das Negative sehen. Andere Feuerwehrmänner sind schließlich auch tot. Im Nachhinein betrachtet ist dieser sogar für eine gute Sache gestorben. 

Gedenken an den getöteten Feuerwehrmann, Königsplatz, Augsburg, Deutschland, 8. Dezember 2019.

Wir setzen ihm ein Denkmal. Die lebensgroße Bronze eines Feuerwehrmannes mit Helm unter dem Arm. Neben ihm der 17-jährige Halid mit ausgestrecktem Arm. Seine Faust schlägt wuchtig gegen des Feuerwehrmannes Kopf. Auf den Sockel darunter schreiben wir: "Danke für das schöne Konzert."

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Ja, vor zehn Jahren wäre dies vielleicht noch ein unerträglich zynischer Text gewesen. Heute beschreibt er ziemlich akkurat das Irrenhaus, das sich Deutschland nennt. Wir sind offensichtlich vollkommen wahnsinnig geworden! Die nationgewordene Neurose im Kampf auf Leben und Tod mit sich selbst. Regiert von entrückten Schwachköpfen. Informiert von unfassbar eitlen Journalisten, die vor Selbstgerechtigkeit zu platzen drohen. Gegängelt von einem Wasserkopf aus Behörden, Parteien, Verbänden, Stiftungen, Instituten und Vereinen, die sich alle vollkommen von der Realität abgekoppelt haben. Mit Steuergeld finanziert, erklären sie dem Pöbel so arrogant wie einst der Adel, was dieser zu tun, zu sagen und zu denken hat. 

Der 17 Jahre alte Halid ist nicht das Problem. Er ist nur ein Symptom. Intellektueller und moralischer Hochmut sind das Problem. Die Überzeugung, Licht in die dunklen Herzen der Menschen zu tragen, ist das Problem. Realitätsverweigerung ist das Problem!

Halid ist jung, hat wenig Aussichten, aber einen kräftigen Schlag. Aufgewachsen ist er vermutlich in einer Parallelgesellschaft inmitten eines Landes, das sich aus ganzer Kraft selbst hasst und ihm weder etwas zu bieten hat, noch in der Lage oder willens ist, ihm Grenzen zu setzen. Solange er niemanden umbringt, ist es im Grunde genommen vollkommen egal, was er tut. Darum lautet die Frage nicht: "Warum haut er zu?" Die wahre Frage lautet: "Warum nicht?" Und das mit aller Leichtigkeit: "Ja, warum eigentlich nicht?!" Dieses Mal ist es schiefgegangen.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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