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"Sie waren Helden" – Russlands Behörden und die U-Boot-Tragödie

"Sie waren Helden" – Russlands Behörden und die U-Boot-Tragödie
Junge Matrosen an der Stele "Murmansk" in der "Allee der heroischen Städte" in Sewastopol. Die Einwohner Sewastopols legen dort Blumen ab, um ihre Trauer über den Tod von 14 U-Boot-Matrosen in der Barentssee auszudrücken.
Die 14 hohen Offiziere, die bei der Havarie im russischen U-Boot gestorben sind, kann man nicht mehr zurückbringen. Die Trauer um sie in Russland und im Ausland war aufrichtig. Der richtige Umgang der Behörden mit der Tragödie ist dabei keine Selbstverständlichkeit.

von Wladislaw Sankin

Die Arbeit des U-Boot-Matrosen ist womöglich die gefährlichste der ganzen Kriegsmarine. Auch zu Friedenszeiten gibt es kein Entkommen, wenn an Bord etwas passiert. Dementsprechend kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen, bei denen Dutzende Seeleute auf engem Raum gleichzeitig sterben. Und das nicht nur in Russland oder früher in der Sowjetunion. In den letzten 100 Jahren gab es auch Unglücksfälle mehrerer US-amerikanischer, mindestens eines chinesischen, eines britischen und im Jahr 2017 eines argentinischen U-Bootes.

Dennoch, ausgerechnet ein U-Boots-Unglück hat im russischen Bewusstsein einen besonderen Platz. Am 12. August 2000 verunglückten 118 Matrosen wegen einer Fehlzündung und darauffolgenden Explosionen in der Torpedoabteilung des atomgetriebenen U-Boots Kursk. Ebenso wie die jüngste Tragödie ereignete auch dieses Unglück in der arktischen Barentssee. Und damals wie heute hatte Russland denselben Präsidenten – Wladimir Putin. Zum Zeitpunkt des Unglücks im Jahr 2000 war er allerdings erst wenige Monate im Amt.

Doch nicht nur die schwere Tragödie selbst steht für traumatische Erinnerung der Russen, sondern und vielleicht sogar vor allem die äußerst ungeschickte Kommunikation der russischen Behörden bei dem Unfall. Viele nehmen dem heutigen Präsidenten immer noch sein damaliges viertägiges Schweigen übel.

Im Jahr 2019 war es anders. Gleich am nächsten Tag nach dem Unglück teilte das Verteidigungsministerium die ersten Informationen mit – nicht sofort, aber rechtzeitig genug. Es war unwahrscheinlich, dass bei einer geheimen Mission irgendwo in den arktischen Tiefen noch am gleichen Tag ohne Kontrolle durch die Behörden irgendwelche Informationen an die Öffentlichkeit sickern könnten. So entstand von Anfang an kein Raum für Gerüchte und Spekulationen.

Am Tag nach der Bekanntgabe der ersten spärlichen Informationen über das Unglück stellte der Pressesprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow unmissverständlich klar, dass sowohl die technischen Details über das Tiefseefahrzeug als auch Einzelheiten über die Arbeit am Meeresgrund strengster Geheimhaltung unterliegen. Hüter des Geheimnisses sei das Verteidigungsministerium, und die Bekanntgabe weiterer Details lägen in dessen Ermessen.

Russlands Verteidigungsminister nennt Hauptursache des U-Boot-Unglücks: Brand in Akku-Abteilung (Symbolbild)

Verteidigungsminister Sergei Schoigu war zu diesem Zeitpunkt schon unterwegs zum Ort des Geschehens. Nach seiner Ankunft in Murmansk begann sein Amt, die Einzelheiten über das Unglück Stück für Stück preiszugeben, bis am 4. Juli die Namen und Fotos der verunglückten Offiziere – "ausgewiesene Fachleute" (Putin) – veröffentlicht wurden. Zuvor wurde bereits bekannt gegeben, dass die "Seeleute aufopferungsvoll mit dem Feuer gekämpft haben, um die Leben der Zivilpersonen und die Lebenstauglichkeit des Bootes zu retten".

Am 5. Juli verlieh Präsident Putin den 14 toten U-Boot-Fahrern posthum Ehrungen. Vier von ihnen wurde der Rang "Helden Russlands" verliehen: Andrej Woskressenski, Denis Oparin, Dmitri Solowjow, Konstantin Somow.

Der Tapferkeitsorden wurde Wladimir Abankin, Alexander Awdonin, Alexander Wasiljew, Sergej Daniltschenko, Denis Dolonski, Michail Dubkow, Konstantin Iwanow, Wiktor Kusmin, Wladimir Suchinitschew und Nikolai Filin verliehen. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte auch Informationen über deren Werdegang, die Truppenzugehörigkeit und den Familienstand der Seeleute.

"Sie waren Helden" – Russlands Behörden und die U-Boot-Tragödie

Nach ersten Informationen haben sie "den Meeresgrund im Auftrag der Kriegsmarine an Bord eines Tiefseefahrzeugs" erforscht. Trotz der angekündigten Geheimhaltung haben die Behörden die Teilnehmer der geheimen Mission namentlich bekanntgegeben – im Hinblick auf das zunehmende Wettrennen in der Arktis eventuell eine Steilvorlage für Geheimdienste interessierter Staaten. Im Internet sind leicht Informationen darüber zu finden, dass möglicherweise vom gleichen U-Boot-Typ ein Roboter an den Nordpol geschickt worden war, um dort am Meeresgrund die russische Fahne aufzupflanzen.

Natürlich war es die Lehre aus der Blamage um die Trgödie mit der "Kursk", welche die russischen Behörden zum diesmaligen disziplinierten und transparenten Verhalten getrieben hat. Aber es gibt noch einen anderen, nicht weniger wichtigen Aspekt: Das Land braucht Helden, und zwar Helden der heutigen Zeit. Die Sieger des Großen Vaterländischen Krieges haben ihre Heldentaten vor 75 bis 78 Jahren vollbracht. Diese Zeit liegt lange zurück. Die heutigen Generationen, auch in den Streitkräften, brauchen zeitgenössische Helden. Menschen von nebenan, die bei der Erfüllung ihrer dienstlichen Pflichten auch im Ausnahmezustand keine Minute zögern und auch dann unter Einsatz ihres Lebens tun, was getan werden muss.

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