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Preis eines Krieges gegen Iran: Massiver Ölpreis-Anstieg und ein noch blutigeres Afghanistan 2.0

Preis eines Krieges gegen Iran: Massiver Ölpreis-Anstieg und ein noch blutigeres Afghanistan 2.0
Ein F-15 Kampfjet der U.S. Air Force wirft eine GBU-28, auch "Bunker Buster" genannte 5.000 Pfund lasergelenkte Bombe ab.
Der Abschuss einer US-Spionagedrohne durch den Iran in der vergangenen Woche hat die Spannungen zwischen Teheran und Washington weiter angeheizt. Welche Auswirkungen könnte ein befürchteter militärischer Konflikt zwischen den beiden Nationen haben? Eine Analyse.

von Michail Chorenok, Militärkommentator für RT. Er ist ein pensionierter Oberst und diente als Offizier in der Haupteinsatzdirektion des Generalstabs der russischen Streitkräfte.

Unmittelbar nach dem Abschuss der Global-Hawk-Drohne berichtete die New York Times, dass US-Präsident Donald Trump Militärschläge gegen den Iran erst genehmigte, dann aber seine Meinung geändert habe.

Lassen Sie uns zunächst feststellen, dass eine solche Entscheidung, nämlich eine Militäroperation gegen den Iran zu starten (worum es hier wirklich geht), einschließlich des konkreten Zeitpunktes und der Ziele, von einer sehr kleinen Gruppe hochrangiger politischer und militärischer Beamter der USA getroffen werden müsste. Bei solchen Treffen gibt es definitiv keine "undichten" Stellen.

Sehen wir uns nun einige Details an. Der Unterschied zwischen einem "Angriff" und einem "Einsatz" ist zumindest hinsichtlich der Dauer und der beteiligten Kräfte und Ausrüstung recht signifikant. Es wäre vorteilhaft zu wissen, ob die NYT tatsächlich einen einzigen Luftangriff oder einen umfassenderen Lufteinsatz meinte.

Dem Morgenrot entgegen oder eher in den (Sonnen-)Untergang? US-Flugzeugträger auf dem Weg in den Persischen Golf...

Kurioserweise wurde auch berichtet, dass die Angriffe deshalb für den frühen Morgen geplant waren, um die potenzielle Zahl der Todesopfer beim iranischen Militär und unter Zivilisten zu minimieren. Es sei daran erinnert, dass sich die USA noch nie sonderlich um die Zahl ihrer Opfer gekümmert haben, jedenfalls ihrer Gegner, weder unter den Militärangehörigen noch unter der Zivilbevölkerung.

Darüber hinaus besteht der Zweck eines jeden militärischen Schlages ja gerade darin, seinem Feind so viel Schaden wie möglich in Bezug auf Personal, militärische Fähigkeiten und Ausrüstung zuzufügen. So werden die Ziele eines bewaffneten Konfliktes schnellstmöglich erreicht. Natürlich wäre es am besten, wenn zivile Verluste auf ein Minimum beschränkt würden, aber für die USA ist dieser Aspekt "kollateral", eher ein sekundäres als ein primäres Ziel.

Die US-Marine und die Luftwaffe schlagen traditionell vor dem Morgengrauen allein mit einem Ziel zu: Um der Flugabwehr (klein- und mittelkalibrig) sowie einer Reihe von Luftverteidigungssystemen mit optischer Verfolgung zu entgehen, die auf sie schießen könnten. Außerdem wirkt sich ein Angriff bei Dunkelheit besonders demoralisierend auf das gegnerische Personal aus.

Im vorliegenden Fall müssen wir begreifen, dass der Iran sofort Vergeltung üben würde, und Teheran verfügt dafür über keine geringen Fähigkeiten. Mit anderen Worten, es wäre ein umfassender Krieg. Für die USA würde es nicht mit einem "chirurgischen" Luftangriff ohne Folgen enden, wie etwa in Syrien. Und die USA scheinen auch (wieder nur) eine sehr vage Vorstellung davon zu haben, wie ein militärischer Sieg über den Iran aussehen könnte.

Es besteht kein Zweifel daran, dass eine längere Luftoffensive der USA das militärische und wirtschaftliche Potenzial des Iran stark untergraben würde. Das Land würde auf einen Stand ähnlich wie Afghanistan zerschlagen, und seine Gewinnung und Produktion von Kohlenwasserstoffen und seine Exportindustrie würden vollständig zerstört.

US AIR FORCE/HANDOUT

Zu sagen, wie lange eine solche Kampagne dauern könnte, wäre ein zu tiefer Blick in die Glaskugel. Aber wir haben die Beispiele der "Operation Wüstensturm" (gegen den Irak) im Jahre 1991, als die Luftangriffe 38 Tage dauerten, und in Jugoslawien 1991, als die Bombardierung 78 Tage andauerte. Theoretisch könnten die USA also den Iran etwa 100 Tage lang bombardieren und dabei die Wirtschaft und Infrastruktur des Landes Schritt für Schritt zerstören.

Allerdings könnte sich der Preis, den die USA für die Einleitung eines solchen militärischen Konflikts auch selbst zahlen müssten, als zu hoch erweisen.

Zum Beispiel kann der Iran auf die US-Aggression reagieren, indem er ballistische Mittel- und Kurzstreckenraketen abfeuert, um Öl- und Gasfelder und Terminals in Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten anzugreifen.

Sollte es tatsächlich zu einem solchen Krieg kommen, stünde ein sehr hoher Einsatz auf dem Spiel. Es besteht jeder Grund zu der Annahme, dass die iranischen Raketen nicht nur mit konventionellen Sprengköpfen mit hoher Sprengkraft ausgerüstet würden, sondern auch giftige Substanzen oder "schmutzige" Bomben tragen könnten.

Erstens sollte darauf hingewiesen werden, dass es – obwohl die Fähigkeiten der US-Geheimdienste nahezu grenzenlos sind – vermutlich noch einige unbekannte iranische Raketenabschussplätze gibt. Zweitens würden die US-Luftverteidigungssysteme am Persischen Golf, egal wie effektiv sie auch sind, nicht jede iranische Rakete abschießen können. Und selbst eine Handvoll Raketen von Teheran, die kritische Infrastruktur in der Region am Persischen Golf erreichen, wären genug, um Verwüstung anzurichten.

Darüber hinaus ist die Zuverlässigkeit der Raketen- und Luftverteidigungssysteme, die die Monarchien am Persischen Golf zur Verteidigung ihrer Kohlenwasserstoffterminals und anderer Öl- und Gasinfrastrukturen eingesetzt haben, mehr als fragwürdig.

Parade des iranischen Militärs. Archivbild.

Sollte sich ein solches Szenario bewahrheiten, würde dies der gesamten Weltwirtschaft ein unvorstellbares Chaos bescheren und die Ölpreise sofort auf 200 bis 250 Dollar pro Barrel in die Höhe treiben – und das ist eine vorsichtige, niedrige Schätzung. Es sind solche Implikationen, die die USA höchstwahrscheinlich davon abhalten, den Iran anzugreifen.

Um ihr Problem mit dem Iran ein für alle Mal zu lösen, müssten die USA eine groß angelegte Bodenoffensive durchführen, bei der die US-Armee zu Lande einmarschiert. Die Vereinigten Staaten müssten sowohl die regulären iranischen Streitkräfte als auch das Korps der Iranischen Revolutionsgarde auslöschen, die derzeitige Führung des Iran absetzen, in den nächsten 10 bis 15 Jahren mindestens in jeder größeren Stadt militärisch präsent sein und gleichzeitig die Kontrolle über die Fläche des Landes behalten.

Den USA ist dies selbst in Afghanistan, das sowohl in Bezug auf Territorium als auch hinsichtlich der Bevölkerungszahl nur einem Bruchteil des Iran entspricht, nicht gelungen. Und nach fast 18 Jahren haben die USA dort so gut wie nichts erreicht.

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